Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Sehr starkes Schwitzen: Hyperhidrose

Veröffentlicht am 01.03.2017

Übermäßiges Schwitzen kann natürlich auftreten oder auch als Hyperhidrose ein Krankheitsbild sein. Rund ein Prozent der Deutschen leiden unter dem lästigen Schweißattacken.

Viele Männer leiden das ganze Jahr über an einer vermehrten Schweißproduktion. Die Hyperhidrose, so die Bezeichnung des medizinischen Krankheitsbildes, kann an lokalen Stellen des Körpers wie den Achseln auftauchen oder eine generalisierte Form darstellen.

Hyperhidrose wird aus den griechischen Begrifflichkeiten "Zu viel und Schweiß" gebildet. Sehr individuell wird das Schwitzen unangenehm wahrgenommen und ist in der belastenden Form heute durch operative Verfahren therapierbar.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

Schwitzen ist normalerweise etwas sehr natürliches und dient der Regulation der Körpertemperatur. Um das krankhafte Schwitzen zu definieren, wird als Anhaltspunkt 100 ml Schweiß in fünf Minuten an den Achselhöhlen als Hyperhidrose definiert.

Man unterscheidet zwischen einer primären Hyperhidrose, die vor allem bei Angst oder Stress eine vermehrte Schweißproduktion auslöst, und einer sekundärer Hyperhidrose, die generalisiert auftritt und auf Grund von hormonellen Störungen oder Erkrankungen sowie neurologischen Krankheitsbildern entsteht.

Unter essentieller Schweißneigung kann man örtliche, krankhafte Überproduktionen von Schweiß verstehen. Psychische Probleme sind meist ursächlich oder symptomatisch schwer einzugrenzen. Unter Bromhidrose versteht man eine übermäßige Schweißbildung, verbunden mit starkem Schweiß- und Körpergeruch. Übermäßiges Schwitzen wird von vielen Männern als unangenehm und psychisch belastend empfunden. Was für den einen Menschen normal ist, ist für den Anderen anormal.

Vor allem Bromhidrose-Erkrankte neigen zu einem veränderten Sozialverhalten, das sie zunehmend seelisch bedrückt und von den Mitmenschen isoliert. Man spricht bei der Hyperhidrose von einem Krankheitsbild, das für die Betroffenen eine besondere Sozialproblematik mit sich bringt.

Konservative und operative Therapien bei Hyperhidrose

Nach einem ausführlichen Gespräch zur Krankheitsgeschichte können klinische Untersuchungen zu den ursächlichen Krankheitsbildern durchgeführt werden. Je nach organischer Erkrankung oder der psychischen Problematik kann eine individuelle Therapie eingeleitet werden. Liegen organische Grunderkrankungen vor, so müssen diese in den Vordergrund der Behandlung gestellt werden.
Es gibt moderne Verfahren, die die Schweißproduktion über die Schweißdrüsen deaktiviert oder auch die Schweißkanäle lokal verblockt.

Es gibt spezielle Medikamente gegen die Schweißproduktion, sogenannte Anticholinergika. Hier wird der Überträgerstoff Acetylcholin im Nervensystem gehemmt. Dies führt dazu, dass die Schweißdrüsenproduktion eingedämmt wird. Die Medikamente sind nicht unumstritten, da Anticholinergika auch andere Nervenreize auf Drüsen hemmen können.

Bei diagnostizierter Hyperhidrose gibt es auch spezielle Injektionen mit verdünnten Giftsubstanzen wie Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox. Ein konservatives Verfahren ist die Iontophorese. Hier erfolgt die Behandlung der Schweißdrüsen mit Gleichstrom im Leitungswasserbad.

Chirurgische Eingriffe, die Schweißdrüsen in den Achselhöhlen entfernen oder Unterhautfettgewebe absaugen und die Nerven durchtrennen, werden ebenso angeboten wie Endoskopische-transthorakale-Sympathektomie-Eingriffe (ETS). Diese Operationstechnik wird bei Hyperhidrose an den Achselhöhlen, der Hände oder im Gesicht angewandt.

Je nach Art der Erkrankung gibt es minimal-invasive Eingriffe wie die Endoskopische Sympathektomie (ETS) oder größere Eingriffe als offene Sympathektomie.

Fotolia.com - © Jeanette DietlFotolia.com - © Jeanette Dietl

Welche Heilmittel kennt man aus der Natur?

Bei leichten Formen von Schwitzen, die vielleicht durch psychische Faktoren bestimmt sind, können sanfte Heilmittel helfen. Eines der bekanntesten Hausmittel ist Salbei. Zwei Tassen Salbeitee am Tag können schon helfen. Die Bitterstoffe des Salbeis regulieren positiv die Schweißabsonderung.

Als Hilfe gegen übermäßiges Schwitzen kann man Tomatenbäder nehmen. Ins warme Vollbad gibt man drei Liter Tomatensaft und badet darin rund 15 Minuten. Zweimal in der Woche kann man ein Tomatenbad nehmen.

Stark schwitzende Regionen kann man mit Zedernöl-Tropfen einreiben.
Gegen verschwitzte Hände und Füße hilft als Hausmittel Franzbrandwein. Da man durch das übermäßige Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, muss man viel Mineralwasser oder isotonische Getränke trinken.

Das könnte Sie auch intereressieren

Videos zu Operationen bei Hyperhidrose

Quelle: YouTube

Auf Social Media teilen