Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Hyperaktivität und andere Verhaltensauffälligkeiten

Veröffentlicht am 15.05.2015

Kinderliche Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen werden viel diskutiert. Was steckt hinter den Krankheitsbildern?

Fotolia.com - © nadezhda1906 Fotolia.com - © nadezhda1906

Es gibt eine Vielzahl an Begriffen wie den Zappelphilipp, die den Krankheitsbildern „Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend“ zugeordnet werden. Hierunter fallen kindliche Verhaltensauffälligkeiten wie die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS), Störungen des Sozialverhaltens oder Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.

Die subjektive Bewertung der Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern ist für Laien schwierig und kann fundiert nur durch einen Experten wie einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten beurteilt werden sollten. Für Eltern sind die Symptome der Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern oft schwer zu deuten. Es gibt zum Beispiel bei der Aufmerksamkeitsstörung, der Impulsivität und Hyperaktivität verschiedene Merkmale, deren drei zutreffen müssen.

Die Hyperaktivität wird durch die Schwierigkeit stillzusitzen, das Herumzappeln, der permanente Bewegungsdrang oder das Herumwälzen im Schlaf gekennzeichnet. Die kindliche Impulsivität ist häufig gekennzeichnet von ausgeprägten Aktivitätswechseln, das unüberlegte Handeln oder die erhöhte Aufsicht durch Eltern und Lehrer.

In bestimmten Lebensphasen sind Kinder oft auffällig

Jedes Kind kann in bestimmten Entwicklungsphasen verhaltensauffällig sein, ohne dass dies unter psychischen Störungen zu verbuchen ist. Manche Kinder sind im Kindergarten oder der Schule unauffällig und zu Hause rätselhaft, oder umgekehrt.

Das Sozialverhalten der Kinder muss aufmerksam untersucht werden, die Kernfrage zur Deutung der Auffälligkeiten heißt „Warum?“ Man kennt auffällige Verhaltensänderungen bei Schulkindern im sieben und achten Lebensjahr. Die mangelnde Aufmerksamkeit und permanentes Stören im Unterricht gibt Lehrern wie Eltern zu denken und kann zu sozialen Problemen führen.

Genetische und körperliche Ursachen

Kindliche Verhaltensstörungen können viele körperliche Ursachen haben. Das Spektrum reicht von leichten kindlichen Hirnstörungen (oft Durchblutungsstörungen), über Immunsystemveränderungen und genetischen Faktoren bis zu psychosozialen Problemen. Intensiv erforscht werden Veränderungen von Botenstoffen im Gehirn (Dopamin, Noradrenalin, Serotonin).

Im wissenschaftlichen Fokus stehen dabei Neurotransmitter, biochemische Botenstoffe, die Erregungen von einer Zelle zur anderen Nervenzelle übertragen.

Psychotherapien können sinnvoll sein

Bei den Therapien muss man nach den Grunderkrankungen unterscheiden. Gesamtheitliche Therapien werden heute bevorzugt. Je nach Krankheitsbild kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Hier werden Therapieangebote wie eine Verhaltenstherapie, eine Familientherapie oder Elterntrainings angeboten. Lerntherapien bei Legasthenie oder Dyskalkulie oder logopädische Behandlungen bei sprachlichen Entwicklungsverzögerungen können sinnvoll sein.

Die konservative Therapie mit Psychostimulanzien ist umstritten

Statistisch gesehen wird eine hohe Zahl an Kindern aber durch Psychostimulanzien ruhiger und konzentrationsfähiger. Wirkstoffe wie Methylphenidat bei ADHS, einem amphetaminartigen Wirkstoff, der die Durchblutung im Gehirn anregt, können verschrieben werden.

Stimulanzien haben häufig Nebenwirkungen, die bei Kindern sehr unterschiedlich wirken, so kann Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit auftreten oder die Lust auf Bewegung und Kreatives eingedämmt werden.

Sanfte Methoden gegen psychosomatische Beschwerden

Zu den sanften Behandlungen bei hyperkinetischen Störungen gehören Akupunktur und die Nahrungsmittelergänzung mit den Vitaminen E und C, Magnesium und Selen. Im Sinne der ganzheitlichen Behandlung können homöopathische Mittel helfen.

Sofern die Unruhe durch alltägliche Reizüberflutungen zu Symptomen wie Ein- und Durchschlafstörungen führt, bieten sich homöopathische Kombinationsmittel mit mehreren Naturheilsubstanzen an. Natürliche Heilmittel wie die Passionsblume, Hafer oder Kaffeegewächse werden als homöopathische Substanzen verarbeitet.

Nach dem Lehransatz von Hans-Heinrich Reckeweg, dem Begründer der modernen Homöopathie, entsprechen hyperkinetische Störungen der zweiten Krankheitsphase. Hier sind die Selbstheilungskräfte noch aktiv und der Organismus versucht sich selbst zu helfen.

Stärkung der Selbstheilungskräfte wichtig

Homöopathische Arzneimittel sollen nicht nur die psychosomatischen Beschwerden lindern, sondern auch die Selbstheilungskräfte aktivieren.

In Rücksprache mit dem Kinder- und Jugendarzt oder dem Therapeuten können homöopathische Einzel- und Kombinationsmittel auch sinnvoll eingesetzt werden, um Nebenwirkungen von Psychopharmaka oder anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten zu lindern. Vor allem die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte steht beim alternativen Therapieansatz im Vordergrund.

Das könnte Sie auch interessieren

Konzentrier dich! Wie ein Medikamentgegen ADHS beim Lernen helfen soll
Quelle: YouTube, Quarks & Co, WDR, 4:01 Min.

Homöopathie entdecken - Informationen und Entwicklungen zur Homöopathie

Auf Social Media teilen