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Wo hilft die Enzymtherapie?

Veröffentlicht am 17.11.2015

Schon seit jeher wurden jedoch Enzyme auch zu Heilzwecken eingesetzt.

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Die Enzymtherapie hat wie die meisten Naturheilverfahren einen alten Ursprung. In Mittel- und Südamerika nutzen die Indianer seit jeher Blätter und Früchte von Melone und Ananas, die reich an Enzymen sind. Bereits in der Bibel wird der therapeutische Einsatz des Feigenblattes beschrieben, das das wundheilende Enzym Ficin enthält.

Was sind eigentlich Enzyme?

Alle lebensnotwendigen Prozesse in tierischen und pflanzlichen Organismen werden durch so genannte Katalysatoren (Reaktionsbeschleuniger) in Bewegung gesetzt und in Gang gehalten. Diese komplexen Eiweißverbindungen, von Fachleuten als Enzyme bezeichnet, werden deshalb von Biochemikern auch treffend „Zündfunken des Leben“ genannt. Im menschlichen Organismus sind Tausende von Enzymen mit ganz speziellen Aufgaben tätig. Genau identifiziert hat man jedoch erst rund 2.500 von ihnen.

Lange Tradition und modernste Erkenntnisse

Enzyme werden von Natur aus vom Körper selbst produziert und sind praktisch an allen biochemischen Vorgängen im Organismus beteiligt. Ohne Enzyme – deren Rohstoffe aus der Nahrung genommen werden – läuft gar nichts. Schon seit jeher wurden jedoch Enzyme auch zu Heilzwecken eingesetzt, nur wussten die Heiler noch nichts von ihrer Existenz.

Ob Pflanzenauflagen zur Wundheilung oder bestimmte Kräuter zur Verdauungsförderung verwendet wurden, jetzt weiß man, dass Enzyme am Werk waren. In der modernen komplementären Medizin werden die wirksamen Substanzen als „systemische Enzymtherapie“ eingesetzt.

Systemisch bedeutet, dass die Wirkstoffe als Medikament aufgenommen werden und ihre Wirkung im gesamten System „Körper“ entfalten. Die verwendeten Enzyme stammen aus Pflanzen, z. B. aus Papaya (Papain), Ananas (Bromelain) oder aus den Blütenknospen des Pagodenbaumes (Rutin). Tierische Enzyme (Chymotrypsin, Trypsin, Pankreatin) werden aus der Bauchspeicheldrüse verschiedener Tiere gewonnen.

Hier helfen Enzyme

Die Anwendungsbereiche der systemischen Enzymtherapie sind vielfältig. Die abschwellenden, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften der Enzyme wirken sich bei vielen Erkrankungen günstig aus. Anwendungsbereiche der systemischen Enzymtherapie sind beispielsweise Onkologie (Krebstherapie), Traumatologie (Therapie nach Verletzungen), Viruserkrankungen, Entzündungen, Gefäßerkrankungen. Aber auch Rheuma und Autoimmunerkrankungen kommen in Frage.

Enzyme für Diät und Kosmetik

Es hört sich so verlockend an, wenn für Enzympräparate geworben wird, die „Fett verbrennen“. Aus wissenschaftlicher Sicht spricht leider nichts dafür, dass der Fettstoffwechsel durch Ananas- oder Papaya-Kuren aus Drogerie oder Reformhaus gesteigert wird. Auch die neue „Wunderfrucht“ Noni (Morinda citrifolia) aus Polynesien enthält zwar das sehr wirkungsvolle Enzym Xeronin, lästige Pölsterchen schmilzt sie jedoch auch nicht weg.

Quelle: Sanfte Medizin für Frauen - Praxisbuch Naturheilkunde, gesundheitsaspekte.de

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