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Pflanzenheilkunde als Kulturgut

Veröffentlicht am 04.11.2015

Zu den ältesten Heilverfahren gehört die Pflanzenheilkunde, die auch Phytotherapie genannt wird. Die kulturellen Volksheillehren spielen hier eine besondere Rolle.

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In der Pflanzenheilkunde spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle, unter anderem die kulturellen Traditionen, das überlieferte Wissen und die Erfahrungswerte bei vielen Anwendungen in den Krankheitsbildern. Die Beziehung von Dosis und Wirkung ist ebenfalls ein sehr wichtiges Thema beim Einsatz von Heilpflanzen. Die Pflanzenheilkunde ist weltweit eine überaus beliebte Medizinform, vor allem auch deshalb, da viele Menschen auf der Welt sich keine teuren Medikamente leisten können und so zwangläufig auf die regionalen Heilpflanzen zurückgreifen müssen.

Jede Hochkultur kennt seine eigenen Heilmittel

Viele Hochkulturen haben ihre eigenen Philosophien beim Einsatz von Heilkräutern entwickelt. Eine sehr wichtige Rolle spielen die Heilpflanzen in der Traditionellen Chinesischen Medizin oder in der japanischen Pflanzenheilkunde "Kampo". Kampo hat in Japan eine besondere medizinische Stellung und darf nur von Ärzten und Apothekern betrieben werden. Um die Pflanzenheilkunde in Europa hat sich im Mittelalter vor allem Hildegard von Bingen verdient gemacht.

Hildegard von Bingen prägend im europäischen Mittelalter

Die heilige Benediktinerin Hildegard von Bingen entwickelte keine eigene Behandlungsmethode, sammelte und dokumentierte allerdings das damalige Wissen über Krankheiten und Heilpflanzen in einem nie dagewesen Maß. Sie brachte erstmals in Europa das Wissen aus der Volksheilkunde zusammen mit den Erfahrungen über die Krankheiten und Heilpflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition.

Ihre Werke befassten sich aber nicht nur mit der Pflanzenheilkunde, sondern auch mit Religion, Musik oder ethischen Fragen. Bis heute hat die Heilkunst von Hildegard von Bingen eine große Anhängerschaft.

Pflanzenheilkunde nach Maurice Mességué

Zu den modernen Päpsten der Heilkräuterphilosophie gehört der französische Pflanzenheilkundeexperte Maurice Mességué. Seine Familie hat eine über 300-jährige Familienerfahrung beim Einsatz von Keilkräutern. Er behandelte unter anderem Persönlichkeiten wie Adenauer oder Churchill. Mességué ist auch ein früher Verfechter der biologischen Ernährung und veröffentlichte zahlreiche Statements gegen den Einsatz gefährlicher Pflanzenschutzmittel.

Eine riesige Auswahl an Heilpflanzen

Der Anbau von Heilpflanzen ist in Deutschland noch unterentwickelt. Rund 90 Prozent der Heilpflanzen kommen aus dem Ausland. Man schätzt, dass es rund 440 Heilpflanzen gibt, die in heimischer Umgebung wachsen.
Zu vielen Heilpflanzen liegen heute medizinische Studien vor, die die Wirksamkeit in bestimmten Krankheitsbildern dokumentieren. Einige Heilpflanzen sind allerdings auch wegen den Nebenwirkungen nicht mehr auf dem europäischen Markt.

Gerade durch das Internet hat die Heilpflanzenkunde in den letzten Jahren eine Renaissance erfahren. Für Heilkräuter interessieren sich heute zahlreiche Menschen aus allen Milieus.
Man kennt die Wirkung von vielen bekannten Heilkräutern zum Beispiel in der Homöopathie, einer der beliebtesten alternativmedizinischen Verfahren in weiten Teilen der Welt.

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Heilmittel in der Homöopathie

Die klassische Lehre der Homöopathie, in der Substanzen von Heilpflanzen in Alkohol oder Wasser stark verdünnt und potenziert werden, geht auf den Begründer und deutschen Arzt Samuel Hahnemann im 19. Jahrhundert zurück.

In Ländern wie Indien, wo die Pflanzenheilkunde einen sehr hohen kulturellen Stellenwert hat, ist auch die Homöopathie überaus beliebt. Deutschland, Frankreich oder die USA sind große Absatzmärkte für klassische homöopathische Einzelmittel und Komplexmittel, die mehrere Substanzen für ein Arzneimittelbild beinhalten. Komplexmittel oder Kombinationsmittel werden unter dem Sammelbegriff der modernen Homöopathie häufig beschrieben.

Die Naturheilpflanzen spielen vor allem in der Prävention und der Behandlung leichterer Krankheitsbilder eine zentrale Rolle. Vor allem zu Erkältungskrankheiten, leichten psychischen Krankheitsbildern oder Unruhezuständen gibt es viele alternativmedizinische Präparate aus der Apotheke. Heilpflanzenprodukte sind vor allem auf Grund der meist seltenen Nebenwirkungen bekannt und gelten oft als sanfte Alternative zu Medikamenten der Schulmedizin.

Sanfte Arzneien aus der Apotheke

Allerdings sollte man Produkte mit Heilpflanzen besser in der Apotheke kaufen, wo man sich auch beraten lassen kann. Vor allem Allergiker oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten einen Arzt vor der Einnahme von Heilpflanzenpräparaten konsultieren.

Man findet im Internet zahlreiche Lexika für Heilpflanzen und deren Wirkungsweisen. Besonders sollte man die Hinweise auf Giftpflanzen durchlesen. Es gibt in Europa rund 50 Giftpflanzenfamilien, die man im Netz kategorisiert findet. Etliche Giftpflanzen sind auch in der richtigen Dosierung und Aufbereitung als Heilpflanzen hilfreich. Man kennt einige dieser als Arzneimittel aufbereiteten Giftpflanzen in der Homöopathie, wo sie hilfreich gegen zahlreiche Symptome helfen können.

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