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Wege aus der Schmerzfalle

Veröffentlicht am 18.03.2017

Ganzheitliche Behandlung - Expertentipps zum Tag der Rückengesundheit.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. 70 Prozent der Deutschen haben zumindest gelegentlich Schmerzen im Rücken. Hauptursache ist meist eine Kombination aus Bewegungsmangel, Fehlbelastung und Stress. Aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Osteoporose oder Rheuma können dahinter stecken.

Fotolia.com - © apops Fotolia.com - © apops Nur mit ganzheitlichen Präventions-, Diagnose- und Behandlungsansätzen lassen sich Rückenschmerzen nachhaltig bekämpfen, betont das interdisziplinäre Expertenteam aus Osteologen, Rheumatologen, Orthopäden, Naturheilkundlern und Physiotherapeuten des Immanuel Krankenhauses Berlin. Naturheilverfahren werden hier ergänzend zur konventionellen Schulmedizin im Sinne einer modernen integrativen Medizin angeboten.

„Wir erleben, dass ein Mangel an Bewegung von Kindesbeinen an dazu führt, dass das Muskelkorsett unserer Patienten immer schwächer und einseitiger wird“, sagt Frank Ruppenthal, Leiter der Abteilung für Physiotherapie am Immanuel Krankenhaus Berlin.

„Dieser Mangel bewirkt auch ein verändertes Körpergefühl, das im Erwachsenenalter nur schwer geschult werden kann. Erschwerend kommen immer mehr Tätigkeiten hinzu, die den Menschen in einseitige Bewegungsstereotype zwingen. In der Freizeit sind sie dann oft entweder Couch Potatos oder sie setzen sich einer einseitigen und zu starken Belastung aus.“

Ruppenthal hält eine frühkindliche Bewegungsförderung im Kindergarten und in der Schule für unerlässlich. Gymnastik nach Pickler und Hengstenberg biete dafür gute Konzepte, aber auch Vereinssport könne viel Gutes leisten, so der Physiotherapeut.

Plagt das Rückenleiden jedoch erst mal einen Patienten, schaffe eine große Auswahl an gezielten, individualisierten Therapien Besserung, sagt Ruppenthal. Dazu gehören Einzeltherapien wie Osteopathie, Reflektorische Atemtherapie oder Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF) sowie eine Vielzahl von Gruppentherapien wie Yoga, Rückenschule und Entspannungsübungen.

„Wenn unsere Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Pflegekräfte und Ernährungsberater Therapien zu einer ganzheitlichen Einheit koordinieren, ist die Erfolgsrate besonders hoch“, so Frank Ruppenthal.

Wirksamkeit von Yoga, Achtsamkeitsmeditation und Blutegeln wissenschaftlich belegt

Zudem ist die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren für die Rückengesundheit auch zunehmend wissenschaftlich belegt. „Neueste Studien zeigen, dass mit Achtsamkeitsmeditation und Yoga hervorragende Beschwerdelinderungen zu erzielen sind. Das heißt: Es ist möglich, dass Patienten ihre Rückenleiden eigenaktiv heilen“, sagt Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde und Inhaber der Stiftungsprofessur für Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

„Darüber hinaus erweisen sich Blutegel nach einer neuen Studie auch bei Rückenschmerzen als sehr wirksam. Bei Arthrose haben die Minitiere ihre medizinische Heilkraft zuvor bereits unter Beweis gestellt“, so Professor Michalsen. „Unsere eigenen Erfahrungen bestätigen das.“ Auch Akkupunktur, die sowohl im Immanuel Krankenhaus Berlin, als auch in der Immanuel Medizin Zehlendorf eingesetzt wird, habe gute Ergebnisse bei Rückenschmerzen erzielt, sagt Michalsen.

Wenn Rückenschmerzen chronisch auftreten, können allerdings auch rheumatische Erkrankungen oder Osteoporose dahinter stecken. Neben einer verminderten Knochenfestigkeit wie bei Osteoporose, die häufig nicht erkannt werde, lägen oft auch altersbedingte Abnutzungserscheinungen des Bewegungsapparates vor, sagt Dr. med. Maya Hellmich, Chefärztin der Abteilung für Osteologie und Stoffwechselerkrankungen: „Gerade wegen der Komplexität von chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates ist ein erweitertes, individuell angepasstes Behandlungskonzept von besonderer Bedeutung. Damit erreichen wir eine nicht immer rasch auftretende, aber dafür eine nachhaltige und umso gravierendere Verbesserung des Befindens.“

Die Abteilung für Osteologie verbindet stationär die schulmedizinische Schmerztherapie mit physiotherapeutischen Anwendungen, darunter auch Bäder, Packungen, Wärme- und Kältebehandlung, sowie mit sogenannten alternativen Therapieansätzen.

Zusammenhang von Osteoporose und Diabetes

Osteoporose kann auch ein Hinweis auf weitere Erkrankungen sein, sagt Dr. med. Katja Warnecke, Oberärztin an der Abteilung für Osteologie. In die internistische Osteologie am Immanuel Krankenhaus Berlin kommen regelmäßig Patienten mit starken Schmerzen und Frakturen ohne erkennbares Trauma, bei denen bisher keine Therapie die Schmerzen wirklich lindern oder weitere Frakturen verhindern konnte.

„Wir stellen immer wieder fest, dass Patienten unentdeckte Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion- oder unterfunktion oder andere stoffwechsel- oder hormonbedingte Erkrankungen haben, die als (Mit-)Ursachen für Osteoporose behandelt werden müssen“, so Dr. Warnecke. „Wenn die Ursachen endlich erkannt und behandelt werden, erleben diese Patienten zum ersten Mal seit Jahren eine Linderung ihrer Schmerzen.“

Quelle: Immanuel Krankenhaus Berlin 

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