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Gelenkschmerzen bei entzündlichen Rheuma

Veröffentlicht am 03.08.2015

Bei rheumatischen Schmerzen können alternative Heilverfahren einen wichtigen Beitrag zur Schmerztherapie leisten.

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Bei Krankheiten des entzündlichen Rheumatismus wie auch beim Verschleißrheuma treten an den Gelenken teils heftige Schmerzen auf. Bei rheumatoider Arthritis treten Symptome wie Rötungen, Überwärmung, Schwellungen, Schmerzen und Funktionsstörungen auf. Beim Verschleißrheuma bereiten vor allem die mechanischen Einflüsse bei degenerativen Gelenkleiden (Arthrose) Probleme.

Konventionelle Arzneien

In der Schulmedizin setzt man chemisch-synthetische Arzneimittel ein. Vor allem die Arzneimittelgruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wird oft verschrieben. NSAR wirkt gegen die Schmerzen und dämmt die Entzündungsherde ein. Azetylsalizylsäure (ASS) ist hier der bekannteste Wirkstoff.

Nicht-steroidale Antirheumatika können einige Nebenwirkungen auslösen, unter anderem: Bauchschmerzen, Übelkeit, Blutungen der Magen- und Darmschleimhaut, Wassereinlagerungen, geschwollene Beine, Luftnot, Anstieg der Leberwerte, Kopfschmerzen, Schwindel, Hör- und Sehstörungen, Hautausschläge oder Allergien. In der Rheumatherapie setzt man auch auf Kortison-Präparate oder Glukokortikosteroide. Auch Wirkstoffe wie Kortikoide können beträchtliche Nebenwirkungen haben.

Bei chronischer Polyarthritis und anderen Formen von entzündlichen Rheumaprozessen setzt man Basismedikamente ein. Sie verlangsamen oder unterdrücken die Knorpel- und Knochenzerstörungen, sind allerdings weniger für akute entzündliche und schmerzende Gelenkprozesse geeignet. Solche langfristig wirkenden Arzneien werden oft bei Autoimmunkrankheiten wie Lupus erythematodes oder auch der Schuppenflechte eingesetzt.

Nicht-medikamentöse Verfahren als Unterstützung bei der Schmerztherapie

Alternative Heilverfahren finden seit Jahren Einzug in die ganzheitliche Schmerztherapie bei Rheumapatienten. Hier stehen zwei Dinge im Vordergrund: einerseits die akuten Schmerzschübe einzudämmen und anderseits den Organismus zu stärken. Auch sollen die Heilverfahren bei Nebenwirkungen helfen und so einen Kreislauf aus Schmerzen, Medikamenten und Nebenwirkungen auflösen.

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Hilfe durch Krankengymnastik

Die Physiotherapie soll physikalische, Gelenkentlastende und orthopädische Verfahren unterstützen. Massagen haben sich in der Rheumatherapie als zusätzliche Methoden bewährt. Es gibt unterschiedliche Methoden wie die Klassische Massage, die die Druckstrahlmassage, die Lymphdrainage oder die Reflexzonentherapien, wozu die Bundegewebsmassage gehört. Die Lymphdrainage wird vor allem bei Flüsigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) und Lymphstauungen eingesetzt.

Wärme- und Kälteanwendungen und Ergotherapie

Zu den ältesten Heilverfahren gehören Wärme- und Kälteanwendungen, die oft mit anderen Alternativverfahren kombiniert werden, zum Beispiel mit Akupunktur oder Formen der Elektrotherapie. Die Thermotherapie wird oft bei entzündlichen Phasen der chronischen Polyarthritis oder bei Verschleißrheuma verschrieben. Heilwässer, Moore, Schlamm und Schlick spielen als Heilverfahren in der flankierenden Balneotherapie eine Rolle.  

Bei Funktionseinschränkungen am Bewegungsapparat, vor allem degenerativen Prozessen an Finger-, Hand- und Fußgelenken, kann eine Ergotherapie helfen. Hier gibt es spezielle Gelenkschutztrainings. Sie sollen dem Patienten helfen den Alltag besser zu bewältigen.

Bekannte Heilmittel in der Pflanzenheilkunde

Unterstützend zu schulmedizinischen Behandlungen können pflanzliche Heilmittel bei Schmerzen und Entzündungen helfen. Viele Rheumapatienten haben Angst oder verfallen sporadisch in depressive Episoden. Hier können pflanzliche Antidepressive wie Johanneskraut, Baldrian, Melisse und die Passionsblume bei leichten bis mittleren Beschwerden helfen.

Ein altbekanntes Entwässerungsmittel ist Brennnessel. Die alte Heilpflanze enthält Flavonoide und phenolische Karbonsäure, was Entzündungsvermittler wie Prostaglandine beeinflusst. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanzen enthält Arnika, auch Bergwohlverleih genannt. Apothekenpflichtige Arzneien mit Arnika können bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden die Beschwerden lindern. Bei Verschleißrheuma kennt man die Misteltherapie nach der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steine. Man nutzt das immunstimulierende Mittel auch in der Neuraltherapie.

Ein traditionelles Heilmittel aus Südafrika bei Schmerzen ist die Teufelskralle. Erstmals wurde der deutsche Farmer G. H. Mehnert auf die Pflanze aufmerksam und führte sie als Heilmittel ein. Arzneimittel mit Teufelskralle werden alternativ zu NSAR eingesetzt, wenn die Nebenwirkungen der konventionellen Medikamente vermieden werden sollen. Die Teufelskralle wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Sie eignet sich sehr gut zur Dauertherapie von Arthrosen der großen und kleinen Gelenke, zum Beispiel bei Hüft-, Knie- und Fingergelenksarthrosen sowie bei Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule.

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Bewährte Heilpflanzen bei Rheuma*

  • Arnika - entzündungshemmend, schmerzlindernd bei Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Brennnessel - entzündungshemmend bei Entzündungsrheuma
  • Guajak - schmerzlindernd bei Verschleißrheuma Herbstzeitlose entzündungshemmend, schmerzlindernd bei akuten Gichtattacken
  • Heublumen - durchblutungsfördernd bei Verschleißrheuma
  • Indischer Weihrauch - entzündungshemmend, schmerzlindernd bei chronischen Leiden
  • Mistel - das Immunsystem anregend bei Verschleißrheuma
  • Spanischer Pfeffer - stark durchblutungsfördernd, wärmend bei Verschleißrheuma
  • Teufelskralle - entzündungshemmend, schmerzlindernd bei Arthrose, Weichteilrheuma
  • Weidenrinde - entzündungshemmend, schmerzlindernd bei Entzündungsrheuma

Quelle: Onlineratgeber Rheuma – Sanfte Hilfe gegen den Schmerz

Homöopathische Helfer

Die klassische Homöopathie hat sich als Heilverfahren auch bei Rheuma etabliert. Vor allem bei rheumatischen Fieber, Arthritis und chronischer Polyarthritis werden homöopathische Mittel zur Verringerung der Nebenwirkungen der chemisch-synthetischen Arzneimittel und zur Aktivierung der Abwehrkräfte eingesetzt. Hier gibt es bewährte Heilpflanzen wie: der Blaue Eisenhut, die Honigbiene, die Zaunrübe oder der Sumpfporst bei akuten Finger- und Fußgelenkschmerzen.

Bei rheumatischen Rückenschmerzen setzt man die Gewöhnliche Berberitze häufig ein. Wenn mehrere Gelenke brennend schmerzen und Unruhe bis hin zu Schwindel hinzukommt, ist Acidum salicylium das richtige homöopathische Heilmittel.

Von Fachärzten für Naturheilkunde oder Naturheilpraktikern wird die Homöopathie oft zusätzlich zu alten chinesischen Heilverfahren wie Akupunktur eingesetzt.

Homöopathische Kombinationsmittel spielen im Alltag eine wichtige Rolle

Homöopathische Komplexmittel vereinen mehrere natürliche Heilmittel für Symptome eines Arzneimittelbildes. Es gibt bekannte Produkte wie Zeel comp. N bei chronischen Entzündungszuständen oder Rheuma-Heel bei Bewegungsschmerzen.

Diese Arzneien werden in der Regulationstherapie eingesetzt, wo man den Körper bei der Selbstheilung durch Aktivierung des Immunsystems helfen will. Moderne homöopathische  Kombinationsmittel gibt es in der Apotheke für flankierende Beschwerden wie Schwindel, Unruhe und Schlafstörungen.

Zusätzlich zu homöopathischen Arzneien sollte man mit dem Arzt oder Heilpraktiker bei Gelenkverschleiß oder entzündlichem Rheuma Bewegungs- und Ernährungsprogramme oder akut schmerzlindernde Heilverfahren wie Akupunktur thematisieren. Die Akupressur bietet sich als sofortige Selbstmaßnahme an. Hilfreich für Rheumapatienten und Therapeuten ist ein Rheuma-Tagebuch.

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Arthrose-Tagebuch mit Features wie Videos zu Gelenkübungen für Android-Geräte und iPhone/iPad. Quelle: Heel (Arzneimittel Zeel).


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