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Wenn plötzlich Schmerzen auftreten

Veröffentlicht am 29.07.2015

Schmerzen stellen eine sinnvolle Warnfunktion des Körpers dar. Eine zentrale Rolle spielt das Schmerzgedächtnis.

Akut auftretende Schmerzen kennt jeder Mensch. In der modernen westlichen Welt leiden viele Menschen unter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder anderen muskulären und oft psychosomatischen Schmerzempfindungen. In unserem Körper gibt es zahlreiche „Meldestellen“ für akute Schmerzen, die sogenannten Nozizeptoren.

Nozizeptoren: die Schadensmelder

Die Schadensmelder sind weitreichend vernetzt und unter anderen auf der Haut, dem Unterhautgewebe oder in den Gelenken und Sehen zu finden. Sie zeigen dem Gehirn Gewebeverletzungen an, die durch chemische, mechanische oder thermische Verletzungen auftreten. Werden die Nozizeptoren gereizt, werden chemische Botenstoffe wie Histamin und Bradykinin aktiv.

Die auftretenden Schmerzreize werden über einen Nervenimpuls und speziellen Nervenfasern zuerst zum Rückenmark transportiert. Dies ist eine sinnvolle Ersthilfe, um besser auf lokale Schmerzen reagieren zu können. Der betroffene Körperteil kann so in Sicherheit gebracht werden. Die schützenden Reflexe werden ohne unser objektives Bewusstsein schnell eingeleitet.

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Nächste Abteilung des Schmerzes: das Gehirn

Eingehende Schmerzreize werden über das Rückenmark zu einer der ältesten Hirnregionen der Menschen weitergeleitet: den Thalamus, der größten Region des Zwischenhirns. Hier wird der Schmerreiz gespeichert und geprüft.

Der Teil des Zwischenhirns vergleicht die Schmerzinformationen, die früher schon aufgetreten sind und aktiviert auch ältere Nervenansammlungen im vegetativen Nervensystem. Aktiviert werden der Sympathikus und der Parasympathikus, Teile des vegetativen Nervensystems.

Die Folgen der Aktivierung können sofortige Reaktionen wie Herzklopfen, Schweißausbrüche bis hin zum Schock sein. Botenstoffe werden an den Schaltstellen freigesetzt, die auch Schmerzen auslösen können. Nervenzellen sind durchlässig für Mineralstoffe wie Natrium, was moderne Schmerzmedikamente ausnutzen können.

Das Gehirn entscheidet über den Schmerz

Die individuelle Bewertung von Schmerz wird auch in der Großhirnrinde abgespeichert. Das Schmerzgedächtnis ist nun sowohl im Rückenmark als auch in Teilen des Gehirns gespeichert. Dieses persönliche Schmerzgedächtnis bleibt über Jahre und Jahrzehnte aktiv und kann immer wieder abgerufen werden.

Die Schmerzinformationen können aber auch eine Chance für uns sein, zum Beispiel können wir über Muskelentspannungsübungen oder Verhaltenstherapien die Schmerzen lindern. Ziel vieler Schmerztherapien ist es vereinfacht ausgedrückt, unser Schmerzgedächtnis positiv zu beeinflussen.

Menschen empfinden Schmerzen anders

Jeder Mensch hat genetisch bedingt eine andere Anzahl von Schmerzrezeptoren und ein unterschiedlich Netz an Nervenzellen. Die Psyche spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Schmerz. Wenn sich Menschen in einer entspannten Phase befinden, kann der Schmerz sehr viel deutlich wahrgenommen werden, als zum Beispiel bei Stress, wo bestimmte Hormone den akuten Schmerz unterdrücken.

Die Kindheit spielt eine wichtige Rolle

Viele Experten bewerten bei der Schmerzwahrnehmung die Entwicklung in der Kindheit stark. Eltern, die zu viel Aufhebens um kleine Wehwehchen machen, vermitteln zum Beispiel dem Kind sehr früh, dass mit jedem Unbehagen eine „Pflicht“ zum Trösten verbunden ist und man wenig selbst dazu tun kann. Zuviel Trost von Erwachsenen im Kindesalter ist natürlich gut gemeint, kann aber zu einer frühen Konditionierung von Schmerzen führen. Missbrauch und Gewalt an Kindern spielt vor allem eine zentrale Rolle bei Erwachsenen mit chronischen Schmerzen. Betroffen sind hier vor allem Frauen.

Körpereigene Schmerzmittel

Stress vermittelnde Botenstoffe wie Adrenalin und Prostaglandin spielen bei der Schmerzabwehr eine zentrale Rolle. Substanzen als Helfer sind Endorphine und Enkephaline. Diese Helfersubstanzen sind körpereigene Stoffe und wirken wie schmerzlindernde Opiate. Auch hier spielt die Einbindung des Rückenmarks und des Gehirns mit speziellen Rezeptoren eine zentrale Rolle. Opium ähnliche Substanzen werden als Medikamente bei starken Schmerzen oft verschrieben. Natürlich wird das Schmerzmittel aus dem Saft der Mohnkapseln gewonnen.

Sanfte Heilverfahren gegen den Schmerz

Natürliche Heilverfahren wie Akupunktur oder die Transkutane Elektrische Nervenstimulation, kurz TENS, sollen vor allem die natürliche Produktion von Endorphinen und Enkephalinen aktivieren. Schmerzen durch viel Sport kann man einfach mit Schonung begegnen. Die bekannten Glückhormone beim Ausdauersport hängen eng zusammen mit dem abnehmenden Opiatspiegel im Körper. Dieses Absinken zwingt uns unbewusst schnell wieder zu trainieren, was für den Körper negative Folgen haben kann. Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke können chronisch geschädigt werden.

Sehr gute Erfahrungen hat man bei Sportverletzungen mit homöopathischen Kombinationsmitteln gemacht, meistens in Verbindung mit Physiotherapie und Akupunktur. Gerade bei muskulären Problemen möchten erfahrene Therapeuten einen Teufelskreis vermeiden, da die Schonung den Muskel schwächt und die mangelnde Muskelspannung den Schmerz mehr Raum lässt. Die Schmerztherapie in Verbindung mit angemessener Bewegung ist ein Hauptziel einer guten Schmerztherapie bei muskulären Problemen.

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Quelle: YouTube

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