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Manisch-depressive Erkrankungen

Veröffentlicht am 03.11.2015

Manisch-depressive Erkrankungen sind vor allem gekennzeichnet von den Stimmungspolen, die zwischen Manie und Depression pendeln.

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Bipolare affektive Störungen; auch Manisch-depressive Erkrankungen genannt, sind vor allem gekennzeichnet von den Stimmungspolen, die zwischen Manie und Depression pendeln. Manisch-depressive Krankheitsbilder treten geschlechterunspezifisch auf.

Gemütszustände wechseln häufig

Vor allem Menschen im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt sind statistisch häufiger davon betroffen. Das psychische Krankheitsbild kennt der Volksmund vereinfacht als "Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt". Episoden von der Euphorie bis zu schweren Gemütszuständen wechseln sich bei den Betroffenen in kürzester Zeit ab.

Unterbrochen werden die verschiedenen Stimmungszustände durch „normale“ Gemütsphasen. Manisch-depressive Erkrankungen, die nach Einschätzungen von Experten rund ein Prozent der Erwachsenen betrifft, werden als schwere psychische Störungen eingestuft und bedürfen der ambulanten oder stationären Behandlung durch einen Facharzt.

Ursachen der Krankheiten

Alle Ursachen für die bipolaren affektiven Störungen sind bis heute nicht abschließend erforscht. Eine genetische Disposition scheint nicht ausgeschlossen. Anlagebedingte Störungen von Botenstoffen im Nervensystem, oder auch Hormonstörungen in Verbindung mit Umwelteinflüssen, sind unter anderem erforscht.

Häufig ist ein isolierter Lebensabschnitt von dem psychischen Krankheitsbild betroffen. Manisch-depressive Erkrankungen können nach der Lebensphase wieder verschwinden, ohne relevant zurückzukehren. Es gibt unterschiedliche Definitionen des Krankheitsbildes, je nach Ausprägungsgraden.

Unter subdepressiven Zuständen versteht man, wenn das Krankheitsbild abgeschwächt auftritt. Je nach den Intervallen (Manie/Mittelzustand/Depression) und den Ausprägungsformen wird das Krankheitsbild weiter medizinisch unterkategorisiert. Von Rapid Cyclern spricht man, wenn die Manie- und Depressionsphasen stark ausgeprägt sind und kaum von normalen Gemütsverfassungen unterbrochen werden.

Die häufigsten Symptome unterscheidet man nach den Phasen. In der manischen Phase zeigt der Betroffene eine überschwängliche Stimmung, die mit oft mit einer Selbstüberschätzung einhergeht. Typische Symptome sind: Reizbarkeit, Aggressivität, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit oder Geschmacksveränderugen.

Die depressive Phase ist häufig geprägt von Antriebs- und Hoffnungslosigkeit, Schwermut, Selbstzweifel bis hin zur Todessehnsucht. Der Arzt kann anhand der ausführlichen Krankheitsgeschichte, die auch oft das nahe soziale Umfeld mit einschließt, eine erste Verdachtsdiagnose stellen.

Detaillierte Informationen über bekannte erbliche Anlagen sind ebenso wichtig, wie die Beurteilung des Betroffenen nach seinen manisch-depressiven Episoden. Oft können die Betroffenen nicht selbstkritisch ihr Verhalten beurteilen, so dass Reflektionen der nahen Verwandten wichtig sind.

Ganzheitlicher Therrapieansatz

Die Manisch-depressive Erkrankung muss individuell und gesamtheitlich therapiert werden und ist abhängig von der Schwere der Symptome. Im Mittelpunkt der Therapie stehen die Behandlung zu den unterschiedlichen Stimmungszuständen und die präventive Therapie gegen Rückfälle.

Bei leichteren Fällen können Gesprächs- und Verhaltenstherapien sinnvoll und ausreichend sein. In schweren Fällen müssen Medikamente verschrieben werden, unter anderem Antidepressiva gegen die Depressionsphasen oder antipsychotische Medikamente gegen die Manieepisoden.

In Fällen, wo zum Beispiel die Depressionen sehr ausgeprägt sind, kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. In vielen Fällen sind die Heilungschancen bei leichteren Formen der manisch-depressiven Erkrankungen gut. Es gibt bestimmte Medikamente, die in Abstimmung mit dem Arzt langfristig gegen das Krankheitsbild verabreicht werden können. Grundlage der Behandlung ist ein langfristiges Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt.

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