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Magersucht und Bulimie

Veröffentlicht am 08.04.2016

Essstörungen gibt es in verschiedenen Krankheitsformen. Magersucht und Bulimie kommt häufig bei Jugendlichen und jungen Frauen vor.

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Magersucht als Essstörung gehört zählt zu den psychosomatischen Erkrankungen. Vor allem Jugendliche und junge Frauen aus der Mittel- und Oberschicht in der Altersgruppe von 15–25 Jahren werden häufig als Risikogruppe gesehen.

Die Krankheit geht mit neulateinischen Begriff „Anorexia“ für Appetitlosigkeit einher. Die Magersucht stellt sich mit dem Hungern, einer starken Gewichtsabnahme und extremer Gewichtskontrolle dar.

Ursachen der Magersucht

Die Ursachen der Magersucht sind bis heute noch nicht in Gänze geklärt. Psychologen sprechen von einem sogenannten Bio-Psycho-Sozial-Krankheitsmodell, wo viele Faktoren zusammenspielen.

Auslöser können genauso Diäten sein wie belastende psychische Ereignisse, zum Beispiel im familiären Umfeld. Magersüchte ziehen sich oft mit ihrer Krankheit in den sozialen Umfeldern zurück und sind häufig nicht in der Lage über ihre Probleme offen zu reden.

Hier kommt in der initialen Hilfestellung vor allem der Familie eine besondere Verantwortung zu. Zu den Ursachen der Magersucht gehören zum Beispiel: Eltern-Kind-Beziehungskonflikte, traumatische Erfahrungen wie körperliche Misshandlungen, überzogene Selbstkontrollmechanismen und nicht zuletzt die Suche nach modernen Schönheitsidealen.

Es kann zu Synergien mit Erkrankungen wie der Ess-Brech-Sucht kommen. Auch andere psychische Krankheitsbilder wie Depressionen können flankierend auftreten. Biologen nehmen an, dass es durch Mangelerscheinungen an Serotonin, einem Botenstoff der Nerven, zur Magersucht kommt.

Was kennzeichnet Magersucht?

Eine exzessive Kontrolle bei der Nahrungsaufnahme, die verbunden ist mit einer starken Kontrolle des Gewichts kennzeichnet die Krankheit ebenso wie die meist extreme Gewichtsabnahme, die durch die Betroffenen nicht anerkannt wird.

Oftmals finden sich die Betroffenen noch zu dick und verlieren ihre realistische Körperwahrnehmung. Es gibt einige physische Symptome, die mit einer Magersucht einhergehen, wie trockene Haut, brüchige Fingernägel und ausfallende Haare, das Ausbleiben der Regel oder Impotenz bei Männern sowie vielfältige organische Schädigungen, da die Nährstoffversorgung nicht mehr ausreichend ist.

Diagnose und Therapie

Ein ausführliches Gespräch im vertraulichen Rahmen mit dem Arzt steht immer am Anfang der Diagnose, die Testmethoden einbezieht, um die Magersucht zu charakterisieren. Der Broca-Index und der Body-Mass-Index können zum Beispiel Aufschluss geben über die aktuelle Gewichtssituation und den Grad des Untergewichts. Eine psychotherapeutische Betreuung ist in der Regel anschließend hilfreich.

Ist die Gewichtszunahmen stark ausgeprägt ist es erforderlich, dem Betroffenen über eine stationäre Behandlung Nährstoffe zuzuführen. Diese medizinische Grundversorgung bildet bei schweren Krankheitsfällen die Basis zur weiteren psychotherapeutischen Behandlung.

Therapieformen bei der Magersucht sind: die psychoanalytische Behandlung, die versteckte Konflikte ans Tageslicht bringen soll; die systemisch-familientherapeutische Behandlung; oder die kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie, die auf das Essverhalten und die Körperwahrnehmung eingeht.

Therapien gegen die Magersucht sollten in einer Fachklinik stationär durchgeführt werden, auch um langfristig Rückfälle zu vermeiden. Selbsthilfegruppen können nach einer erfolgreichen Therapie eine wichtige Hilfe für das Alltagsleben sein.

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Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

Zu den Essstörungen gehört die Form der Ess-Brech-Sucht, die vor allem bei jüngeren Frauen zwischen 20–30 Jahren vermehrt vorkommt. Heute sind aber auch immer mehr Männer von dem psychosomatischen Krankheitsbild betroffen.

Typisch für das Krankheitsbild sind die abwechselnden Zeiten von Heißhunger- und Hungerphasen. Um das Gewicht zu halten wird die aufgenommene Nahrung oft künstlich erzwungen durch Erbrechen wieder abgegeben.

Wie in einigen psychischen Krankheitsbildern ist die Auseinandersetzung mit dem Thema, in diesem Fall Essen, charakterisierend. Oft halten die Betroffenen die Bulimie vor Freunden, Verwandten und Bekannten verborgen, da sie sich für die Krankheit schämen, die allerdings heute auf breite therapeutische Hilfen stößt.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen für Ess-Brechtsüchte sind oft in der Summe kennzeichnend. Hierzu gehören Faktoren wie das Schönheitsideal der Moderne und andere soziokulturelle Faktoren, Identitäts- und Persönlichkeitsstörungen, familiäre Konflikte wie in der Mutter-Kind-Beziehung und auch Selbstwertdefizite.

Typische Verhaltensauffälligkeiten

Einige Symptome kennzeichnen den Krankheitsverlauf, der zu chronischen psychischen und physischen Problemen führen kann. Essattacken, die bis 20-mal täglich auftreten können, verbunden mit künstlichem Erbrechen, extremer Gewichtskontrolle und dem permanenten Auseinandersetzen mit dem Grundkonflikt Essen, spielen eine übergeordnete Rolle.

Einhergeht sind oft Symptome wie extreme Sportaktivitäten, Medikamentenmissbrauch, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen. Das Untergewicht ist eher ein seltenes Symptom, das prägender in der Magersucht ist.

Diagnose und Therapie

Grundlage jeder Diagnose ist ein ausführliches Patienten-/Arztgespräch. Zusätzlich kann zum Beispiel ein Bluttest durchgeführt werden, da Bulimie auch biologische Gründe reflektieren kann. Durch spezielle Tests kann man heute Rückschlüsse auf den Grad der Ess-Brech-Sucht ziehen.

Zu Essstörungen wie der Bulimie werden heute psychotherapeutische Behandlungsangebote angeboten. Bei der psychoanalytischen Behandlung können unbewusste Konflikte analysiert und therapiert werden. Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie stellt wichtige Themen wie die Körperwahrnehmung oder das Essverhalten in den Mittelpunkt des therapeutischen Handels.

Bei Essstörungen wie der Ess-Brech-Sucht sind häufig stationäre Aufenthalte in einer Spezialklinik sinnvoll, da hier vor allem der Rückfall besser kontrolliert werden kann. Nach der Therapie sind Selbsthilfegruppen eine wichtige Anlaufstation zur Stabilisierung der Situation. Eine generelle Präventionsstrategie gegen Essstörungen gibt es nicht. Eine wichtige Rolle spielt die Familie, die mit dem Betroffenen einen offenen und hilfreichen Umgang pflegen sollte.

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Viele Informationen zu Essstörungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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