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Das Brodeln unter der Oberfläche

Veröffentlicht am 23.05.2018

Bei Neurodermitis immer Mikroentzündungen nachweisbar.

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die in Schüben verläuft. Doch auch zwischen den Krankheitsschüben kommt die Haut nie ganz zur Ruhe: So lassen sich zu jeder Zeit Mikroentzündungen nachweisen, die die Erkrankung schon bei scheinbar harmlosen Anlässen wieder aufflammen lassen. Eine tägliche Hautpflege kann das Risiko für weitere Schübe senken. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass ein spezieller Extrakt aus Junghafer – Arzneipflanze des Jahres 2017 – dabei gute Dienste leistet.1, 2

Rund 13 Prozent der Kinder in Deutschland leiden an Neurodermitis.3 Bei den Erwachsenen sind etwa drei Prozent, also gut zwei Millionen Menschen betroffen.3, 4 Der Leidensdruck ist groß: Gereizte, teilweise entzündete Hautstellen und ein starker Juckreiz beeinträchtigen den Alltag massiv. Die Ursachen sind noch nicht bis in alle Einzelheiten verstanden, aber bei der Aufklärung des Krankheitsgeschehens sind Wissenschaftler wieder ein Stück weitergekommen: Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Neurodermitis stetig vermehrt Entzündungszellen in die Haut einströmen, auch in beschwerdefreien Phasen. Darüber hinaus werden entzündungsfördernde Proteine (Zytokine) in erhöhtem Ausmaß produziert. Das heißt: Auch wenn Ekzeme scheinbar verheilt sind, finden unterschwellig entzündliche Prozesse statt, die als Mikroentzündungen (Mikroinflammation) bezeichnet werden.

Cremen gegen Mikroentzündungen

Forscher untersuchten jetzt die Wirkung eines Extraktes aus den Jungpflanzen eines speziellen Arzneihafers auf diese Mikroentzündungen. In verschiedenen Untersuchungsreihen1 behandelten Neurodermitispatienten vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ihre Haut über einige Wochen einmal täglich mit einer Pflegelotion, die mit Arzneihafer-Extrakt angereichert war. In allen Gruppen zeigte sich eine statistisch bedeutsame Verbesserung des Hautzustandes. Ekzemschübe traten seltener auf und klangen früher ab als in den Kontrollgruppen. Der Verbrauch von kortisonhaltigen Salben wurde halbiert. Dass tatsächlich das Entzündungsgeschehen beeinflusst wurde, zeigten zusätzliche Laboruntersuchungen2: Der Arzneihafer-Extrakt drosselte deutlich nachweisbar die Produktion entzündungsfördernder Zytokine und hemmte Enzyme, die an Entzündungsreaktionen maßgeblich beteiligt sind.

Kein Zutritt für Schadstoffe

Die tägliche Basispflege gehört bei Neurodermitis zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie von Ekzemen. Denn nicht nur Mikroentzündungen sind ein Problem, sondern auch eine Störung der Hautbarriere. Sie ist instabil und porös, sodass Schadstoffe und Allergene leicht eindringen und Ekzeme provozieren können. Das verwendete Basispflegeprodukt sollte die Haut daher mit Fetten und Feuchthaltefaktoren versorgen, die der Hautbarriere fehlen.

Worauf Betroffene bei der Basispflege außerdem achten sollten und warum konsequentes Cremen so wichtig ist, beschreibt die Broschüre „Hautpflege – die Basistherapie bei Neurodermitis“. Darüber hinaus erklärt sie Neurodermitis in allen Einzelheiten und gibt eine Fülle praktischer Tipps für den Alltag. Die Broschüre wurde mit Unterstützung der Pierre Fabre Dermo-Kosmetik GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.

1 Wollenberg et al, “Effects of a protein-free oat plantlet extract on microinflammation and skin barrier function in atopic dermatitis patients”, JEADV 2018, 32 (Suppl. 1), 1 15

2 Beschrieben in (1): Interne in-vitro-Studie an rekonstruierter menschlicher Epidermis, an welcher eine ähnliche Entzündungsreaktion wie bei Neurodermitis generiert wurde. Anhand von drei Hautexplantaten wurde nach der Anwendung der Arzneihaferhaltigen Pflege die Hemmung des Zytokins TLSP (thymic stromal lymphopoietin) gemessen, 2017.

3 AWMF-Leitlinie Neurodermitis 2016

4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/

Quelle: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Bonn

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