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Neurodermitis vorbeugen

Veröffentlicht am 07.04.2016

Präventive Maßnahmen gegen kindliche Allergien können schon in der Schwangerschaft helfen.

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Neigen die Eltern zu Überempfindlichkeitsreaktionen oder sind Adopiker, so kann sich das Risiko für die Kinder an Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma zu erkranken erhöhen. Die erbliche Veranlagung der Angehörigen ersten Grades spielt eine besondere Rolle. Desto mehr Familienmitglieder Neurodermitis haben, desto höher ist statistisch das Risiko. Haben beide Elternteile atopische Erkrankungen, steigt das Risiko auf rund 60 Prozent bei den Neugeborenen. Sind die atopischen Krankheiten bei den Eltern gleich, so steigt nochmals das Erkrankungsrisiko.

In der Schwangerschaft sollten veranlagte Eltern das Atopierisiko mit dem Arzt besprechen. Präventive Maßnahmen können in den ersten fünf Lebensjahren dazu führen, dass atopische Erkrankungen wie Neurodermitis sich weniger oder gar nicht entwickeln.

Auf gesunde Ernährung achten

Eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von allergiebefördernden Faktoren wie Alkohol und Nikotin spielen dabei eine wichtige Rolle. In der Schwangerschaft und der Stillzeit kann eine allergenarme Ernährung sinnvoll sein.

Die Ernährungsgewohnheiten bei Müttern, die an allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen leiden, sollten mit einem Facharzt für Ernährungsmedizin oder Ernährungsberatern besprochen werden. Nahrungsmittel und Getränke wie Fisch oder Rotwein, die einen hohen Histamingehalt ausweisen, oder hochallergene Nahrungsmitteln wie Kuhmilch, Eier, Fisch, Haselnüsse oder Erdnüsse gehören zu den bekannten Lebensmitteln, die atopischen Symptome auslösen können.

Man sollte solche Nahrungsmittel in der Schwangerschaft und Stillzeit in Rücksprache mit einem Spezialisten tendenziell meiden oder zumindest den Konsum einschränken. Wichtig ist die Rücksprache mit dem Ernährungsspezialisten auch deshalb, um mögliche Mangelzustände auszugleichen.

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Probiotische Mikroorganismen

Es gibt zum Beispiel den probiotischen Mikroorganismus Lactobacillus GG (LGG), der gegen Neurodermitis vorbeugen soll. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die im Verdauungstrakt vorkommen und sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Es gibt hunderte von Arten der probiotischen Bakterien, die meisten befinden sich in Milchprodukten. Ein Ernährungsmediziner kann LGG bei einer schwangeren oder stillenden Mutter, aber auch bei Kleinkindern als Nahrungsergänzung, vorbeugend gegen Neurodermitis einsetzen.

Muttermilch und H.A.-Nahrung als hypoallergener Ersatz

Um die optimalen Immunabwehr für das Neugeborene zu gewährleisten, sollte die Stillzeit bis zum sechsten Monat andauern. Eiweiße in der Muttermilch werden als körpereigen angesehen und lösen in der Regel keine Allergien aus. Die kindliche Darmflora spielt beim entstehen von Allergien eine wichtige Rolle. Die Muttermilch fördert die gesunde Darmflora des Babys.

In der Muttermilch findet man eine Reihe von probiotischen Kulturen und präbiotische Ballaststoffe, die gut für die Darmflora des Kindes sind. Über fremde Eiweißallergene, die über den Blutkreislauf in die Muttermilch gelangen, kann der kindliche Organismus seine natürliche Immunabwehr trainieren.

Allergisch problematisch für Neugeborene und Kinder kann Kuhmilch sein. Sofern man nicht stillen kann, können hypoallergene Ersatznahrungen hilfreich sein. Die sogenannte H.A.-Nahrung kann das allergische Risiko bei Babys minimieren. Man sollte die Ersatznahrung bis zum vierten, besser noch bis zum sechsten Lebensmonat, einsetzen. Hundertprozentigen Schutz gegen Allergien bietet aber auch die H.A.-Nahrung nicht.

Praktische Tipps

  • Das Erkrankungsrisiko für Ihr Kind kann man verringern, wenn Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit wenig hochallergene Nahrung zu sich nehmen.
  • Stillen Sie Ihr Baby in den ersten 6 Monaten möglichst komplett. Reicht die Muttermilch nicht aus oder ist das Stillen nicht möglich, bietet sich H.A.-Säuglingsnahrung an.
  • Kuhmilch, Eier, Nüsse oder Zitrusfrüchte sollten im ersten Lebensjahr gar nicht oder in Maßen eingesetzt werden.

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