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Neurodermitis bei Kindern ganzheitlich behandeln

Veröffentlicht am 07.12.2017

Neurodermitis ist bei Babys und Kindern die bekannteste chronische Hautkrankheit. Bei fast 90 Prozent taucht die Krankheit schon im ersten Lebensjahr auf.

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Positiv ist, dass bei fast zwei Drittel der betroffenen Kleinkinder sich die Neurodermitis in der Pubertät deutlich verbessert. Trockene und sensible Hautstellen bleiben allerdings ein lebenslanges Problem der Neurodermitiker. Besonders gefährdet sind Neugeborene, deren Eltern an Neurodermitis, Heuschnupfen und anderen allergischen Hautkrankheiten leiden. Es gibt eine erforschte genetische Disposition bei Neurodermitis.

Auch ohne konkrete Hautzeichen lässt sich an diskreten Atopie-Zeichen die Neurodermitis bei Kindern feststellen. Dunkle Schatten unter den Augen, doppelte Unterlidfalten oder pelzmützenartige Haaransätze sind mögliche Neurodermitis-Zeichen.

Neurodermitis erkennen

Trockene, juckende und schuppende Hautveränderungen sind typische Symptome einer Neurodermitis auch im frühen Kindesalter. Bei Kindern ist Milchschorf ein bekanntes Krankheitsbild für Neurodermitis. Kleine gelbliche, krustige Schuppen am Haarboden sind Symptome der Milchschorferkrankung. An Ellenbogen und Knie sind häufig auch die Streckseiten von den neurodermitischen Ekzemen betroffen.

Bei Babys sind Ekzeme am Gesäß und Beuge-Ekzeme im zweiten Lebensjahr typische Symptome. Windeldermatitis mit Hefepilz-Infektionen lassen die neurodermitischen Symptome oft nicht erahnen. Unsere kleinen Neurodermitiker sind überaus empfänglich für Infektionen, wie sie zum Beispiel durch Staphylokokken oder Herpes-Viren ausgelöst werden.

Ideale Wachstumsorte finden Hefepilze der Art Candida albicans vor allen im feuchten Windelmilieu. Oft vorkommende Candida-Infektionen im Windelbereich sollten bei Kindern rasch behandelt werden. Bei älteren Kindern sind Ekzeme am Handrücken, Handgelenk oder am Hals, Nacken und Fußrücken charakteristisch.

Eine Sonderform: die Elefantenhaut

Chronisch verdickte Hautareale werden unter dem Begriff "Elefantenhaut" charakterisiert. Die typischen Symptome einer Elefantenhaut entwickeln sich in der Regel ab dem fünften Lebensjahr. Gerötete Flächen ab dem 5. Lebensjahr werden durch eine Sonderform der Neurodermitis beschrieben: der Prurigoform.  Die Prurigoform, die vor allem bei Erwachsenen auftritt, zeigt sich durch stark juckende Hautauschläge, die am ganzen Körper auftreten. Schwächere Formen treten vor allem an den Händen und Ohrläppchen auf.

Haut bei Kinder viel empfindlicher

Die Haut von Neugeborenen und Kleinkindern ist auf Grund der nicht ausgereiften Schutzfunktionen sehr viel empfindlicher als bei Erwachsenen. Die größere Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht wirkt sich zum Beispiel auf den Wasserverlust und äußere Einflüsse aus.

Die Hornschicht ist noch nicht voll ausgebildet und Erreger können sich leichter festsetzen. Die Haut der Kleinen hat noch eine sehr durchlässige Struktur. Der schützende Hydrolipidfilm, eine Emulsion von Wasser (hydro) und Fett (lipos) auf der Hautoberfläche, ist bei Kindern nur schwach ausgebildet. Allergische Substanzen können durch den Säureschutzmantel der Neugeborenen weniger neutralisiert werden.

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Umwelteinflüsse schädigen die Haut

Umwelteinflüsse aller Art können die Haut der Kleinkinder viel stärker schädigen, als dies später bei Jugendlichen der Fall ist. Die Pflege der kindlichen Haut muss sehr sanft durchgeführt werden, damit Fett und Feuchtigkeit der Haut nicht entzogen wird. Mit speziellen Pflegeprodukten, die auf die kindliche Haut abgestimmt sind, kann man konsequent die Haut der Babys aufbauen und schützen. Dies betrifft vor allem auch die Pflege im Windelbereich mit speziellen Baby-Pflegeölen. Alkalifreie Produkte zur Hautreinigung sind auch bei älteren Kindern eher zu empfehlen, als zum Beispiel gewöhnliche Seifen.

Therapie bei kindlichen Hautproblemen

Bei der Therapie von Hautproblemen muss immer beachtet werden, dass die kindliche Haut viel empfänglicher für die Wirkstoffe ist. Lokale Therapeutika müssen deshalb in Absprache mit dem Arzt aufmerksamer eingesetzt werden. Vor allem Behandlungen mit Kortison müssen auf die kindliche Haut dosiert sein.

Bei Babys und Kleinkindern sollte die Therapie primär darauf ausgerichtet sein die lokalen Hautsymptome einzudämmen. Sanfte Behandlungsoptionen, zum Beispiel mit homöopathischen Arzneimitteln für Kinder, werden häufig flankierend zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte eingesetzt. Natürliche Wirkstoffe sind für die sensible Haut der Kleinkinder oft besser als Cremes mit kortisonhaltigen Wirkstoffen.

Mit einem Homöopathen kann man eine homöopathische Konstitutionsbehandlung besprechen, die auf bestehende Gesundheitsstörungen des Kindes seit der Geburt einwirkt. Die Sanierung des Darms, zum Beispiel bei einer Candida-Besiedelung (Hefepilz), spielt bei einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung eine diagnostische Rolle. Mit dem Arzt kann man ein ganzheitliches Therapiekonzept mit schul- und alternativmedizinischen Arzneimitteln besprechen. Homöopathische Arzneimittel sind gerade bei kindlichen Therapien in Deutschland sehr populär.

Praktische Tipps zum Schutz der Haut

  • Die kindliche Hautpflege sollte in einer entspannten Atmosphäre stattfinden und eine Wohltat für das Kind sein.
  • Mit einem spielerischem Umgang kann man die Körperpflege ritualisieren und mit liebevoller Zuwendung versehen.
  • Pflegesalben sind meistens zu fett, wenn sie nicht in einer Stunde merklich einziehen. Ist die Hautcreme nicht fett genug, zeigt sich nach einer halben Stunde oft kein samtiges Hautgefühl.
  • Konservierungsfreie Pflegeprodukte sollte man im Kühlschrank aufbewahren. Kühle Cremes lindern zusätzlich den Juckreiz.
  • Saugfähige und unparfümierte Wegwerfwindeln sind die erste Wahl. Man sollte möglichst oft die Windeln wechseln.
  • Therapien bei akuten und entzündlichen Hautproblemen sollte man mit einem dermatologisch sachkundigen Kinderarzt oder einem Dermatologen besprechen.
  • Natürliche und milde Arzneimittel wirken bei leichten Hauterkrankungen häufig ausreichend. Schwere akute Hautveränderungen sollten sofort ärztlich behandelt werden, auch um Komplikationen zu vermeiden.

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