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Wenn die Gelenke schmerzen

Veröffentlicht am 19.03.2016

Frauen machen häufig aus hormonellen Gründen die Gelenke zu schaffen. Das Lebensalter spielen mit ein, ebenso die Ernährung, Bewegungsmangel oder muskuläre Ungleichgewichte.

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Gelenk- und Muskelschmerzen sind bei Frauen vor allem als ein Hauptsymptom der Wechseljahre bekannt. In schweren Fällen kann eine Hormontherapie mit Östrogenen helfen.

Wechseljahrbeschwerden treten zwar in einem typischen Zeitfenster um 50er auf, allerdings können bei Frauen Wechseljahrbeschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen hormonell bedingt schon früher auftreten. Viele charakteristische Wechseljahrbeschwerden lösen Schilddrüsenerkrankungen aus. Natürliche Verschleißerscheinungen und zusätzliche Östrogenspiegel-Senkungen lösen sehr oft altersbedingte Gelenkerkrankungen aus.

Degenerative Gelenkerkrankungen

Muskelerkrankungen werden als Myopathie bezeichnet. Gelenkerkrankungen summiert man unter dem Obergriff Arthropathie. Gelenkerkrankungen umfassen entzündliche (Arthritis) oder nicht-entzündliche Gelenkerkrankungen (Arthrose).

Besonders belastend ist die rheumatoide Arthritis. Hier sind die Gelenkknorpel schon nachhaltig geschädigt und die Entzündungsprozesse sehr schmerzhaft. Je nach den betroffenen Gelenken unterscheidet man bei Arthrosen in Gonarthrosen im Kniegelenk, Spondylarthrosen in den Wirbelsäulengelenken und selteneren Coxarthrosen an den Hüftgelenken.

Akute Gelenkentzündungen können vielfältige Ursachen haben und zeigen sich vor allem an geschwollenen Gelenken, die sich heiß anfüllen und äußerlichen Rötungen. Typisch für akute Gelenkschmerzen ist, dass die Schmerzen nicht genau lokalisiert werden können. Manchmal ist gar das Gelenk selbst betroffen, sondern das umliegende Stützgewebe.

Gelenkschmerzen durch Schleimbeutelentzündungen

Schleimbeutelentzündungen an den großen Gelenken wie der Hüfte, den Knien, der Schulter oder den Ellenbogen werden oft verkannt und müssen langfristig therapiert werden. An Drucküberlastung des Schleimbeutels leiden vor allem Frauen im mittleren Alter. Sportunfälle und bakterielle Infektionen kommen bei Schleimbeutelentzündungen mehr bei jüngeren Frauen vor.

Halswirbelsäule sehr diffizil aufgebaut

Sehen und Bänder an den Gelenken sind häufig auch ursächlich für schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, ohne dass das Gelenk an sich betroffen ist. Rheumatische Entzündungen kommen bei Frauen wie Männer sehr häufig an der Halswirbelsäule vor.

Die Halswirbelsäule ist diffizil aufgebaut und sehr verletzbar. Oft bemerkt man schleichendende rheumatische Probleme an der Halswirbelsäule nur durch Nackenschmerzen, die dann immer schlimmer werden. Chronisch auftretende Kopfschmerzen, verbunden mit Rückenschmerzen und Atemnot, sollte man vom Arzt untersuchen lassen.

Treten die Schmerzen am Ellenbogen oder der Schulter auf, so können die Sehnen und Schleimbeutel die Verursacher sein. Gerade Frauen leiden an Erkrankungen wie dem Karpaltunnelsyndrom, wo sich die Hände zunehmend tauber und kraftloser anfüllen.

Bei bakteriellen Gelenkentzündungen unbedingt zum Arzt

Bei allen Gelenkentzündungen ist es besser, die genauen Ursachen von einem Arzt untersuchen zu lassen. Gelenkschädigungen sieht man auf Röntgenbildern sehr gut. Sehr gefährlich sind bakterielle Infektionen an den Gelenken. Hier treten akute Symptome, wie stark geschwollene und überhitzte Gelenke, Schüttelfrost oder Fieber auf. Bakterielle Infektionen stellen einen Notfall dar!

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Schulmedizinische Behandlung

In der Schulmedizin setzt man bei degenerativen Formen von Gelenkerkrankungen wie der Arthrose oder Sehnenreizungen (Tennisarm, Golferellenbogen etc.) oft Kortison ein, allerdings besteht hier die Gefahr, dass sich Sehnen, Bänder und der Gelenkknorpel aufweichen. Wann immer es geht, sollte man konservative Methoden wie Krankengymnastik und natürliche Arzneimittel bevorzugen.

Apothekenpflichtige Sportsalben können bei Muskel- und Gelenkentzündungen schmerzstillend wirken. Vor allem leichte Schmerzen lassen sich damit lindern. Bei andauernden Gelenkentzündungen helfen oft entzündungshemmende und schmerzlindernde Tabletten besser. Nimmt man die Mittel länger ein, so muss dies mit dem Arzt abgeklärt werden.

Homöopathika gegen Gelenkschmerzen

Bei akuten wie beständigen Formen hat sich vor allem die Homöopathie einen Namen gemacht. Gelenkbeschwerden aufgrund von Überbelastungen, Bewegungsmangel, Durchblutungsstörungen, Stoffwechselstörungen oder leichten Entzündungen lassen sich mit homöopathischen Heilmitteln gut behandeln. Viele Orthopäden oder Sportmediziner setzen homöopathische Arzneien ein, die natürlich und nebenwirkungsfrei die Symptome lindern und biologisch anregend auf die körpereigenen Abwehrkräfte wirken.

In Verbindung mit der Akupunktur als anerkannte Schmerztherapie und Krankengymnastik kann man viel bewirken. Für die Selbstbehandlung bieten sich moderne Homöopathika als Komplexmittel wie Zeel-Tabletten an. Traumeel ist als Salbe bei vielfältigen Sportverletzungen sehr beliebt.

Es gibt gut ein Dutzend homöopathischer Einzelmittel, die gegen Gelenkentzündungen und Schmerzen von einem Homöopathen eingesetzt werden können. Die Therapie richtet sich nach der Person im Ganzen, dem beschriebenen Krankheitsbild und der daraus resultierenden Symptomatik.

Ein bekanntes Heilmittel, das unter anderem bei entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt wird, ist Rhus toxicodendron, der Giftsumach. Das Heilmittel wird unter anderem in der Arthralgie  und Rheumatologie eingesetzt und lindert Gelenkschmerzen, die zum Beispiel beim nasskalten Wetter schlimmer werden. Ein- bis viermal täglich fünf Globuli sind zu empfehlen.

Zu den Hausmitteln bei Gelenkschmerzen gehören Kohlwickel. Der Saft der Kohlblätter wurde schon von römischen Militärärzten in Salbenverbänden verwendet. Bei chronischen Gelenkerkrankungen kennt man die afrikanische Teufelskralle. Harpagophytum procumben kennt man auch aus der Homöopathie, hilft gegen die Schmerzen und fördert die Beweglichkeit.

Ernährungsgewohnheiten überprüfen

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten können Gelenkerkrankungen begünstigen. Hier sollte man vor allem auf die Konzentration von wichtigen Spurenelementen achten. Zink kennt man als klassisches Mittel gegen Gelenkschmerzen. Der Zinkmangel kann gerade bei Frauen sehr hoch sein, die starke Rheumamittel einnehmen.

Vitamin E ist bekannt als hilfreiches Zellschutzvitamin bei Gelenkbeschwerden. Der Tagesbedarf bei Frauen sollte bei 11–12 mg liegen, bei Schwangeren 13 mg und bei stillenden Müttern 17 mg. Da Vitamine und Hormone den Knorpelauf und -abbau steuern, sollte man besonders auf eine ausgeglichene mit Obst und Gemüse Ernährung Wert legen.

Kann Sport helfen?

Diese Frage kann letztendlich nur der Arzt oder Therapeut beantworten. Generell ist Bewegung gut für die Gelenke und den Stützapparat. Der Hyaline Knorpel (die häufigste Knorpelart im menschlichen Organismus) ist besonders auf Bewegung, genauer auf den intakten Nährstofftransport, angewiesen. Sportliche Aktivitäten sollte man immer mit dem Therapeuten abstimmen und nicht in die Schmerzen hinein trainieren. Grundsätzlich ist eine aktive Nährstoffversorgung durch Bewegung für die Gelenke förderlich.

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Unterschiedliche Auffassungen zum Ausdauersport

Über gelenkbelastende Ausdauersportarten wie Jogging gehen die Meinungen weit auseinander. Ausdauersportler sind nach Studien weniger vom Gelenkverschleiß betroffen als Nichtsportler. Man rätselt allerdings noch, wo die Gründe genau liegen. Generell sind gelenkschonende Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Radfahren hilfreicher.

Sinnvoll ist ein gezieltes Muskelaufbautraining unter fachlicher Aufsicht. Besonders sollte man vor dem Training auf Fehlstellungen der Gelenke und muskuläre Ungleichgewichte achten. Die Ungleichgewichte kann ein Arzt überprüfen.

Stretching kann hilfreich sein

Dehnübungen vor dem Sport können Gelenk- und Muskelbeschwerden lindern, insbesondere bei verkürzten und verspannten Muskeln, Sehnen und Bändern wird Stretching empfohlen.  Auch bei muskulären Ungleichgewichten und Fehlhaltungen kann Stretching helfen.

Oft ist neben der Rückenmuskultur auch die Bauch- und Wirbelsäulenmuskulatur von berufsbedingten Muskelverkümmerungen betroffen. Muskuläre Dysbalancen ziehen sich häufig über den unteren Rücken zur hinteren Oberschenkelmuskulatur hin.

Läufer bemerken die Probleme mit verkürzten Sehnen, Bänder und Muskeln meistens an der Schienbeinkanten- und Wadenmuskulatur.

Stretching kann auch kontraproduktiv sein. Dies betrifft vor allem Frauen, die zu wenig Muskelspannung aufbauen. Sind Gelenke, Sehnen und Bänder instabil, so verschlechtert sich die Situation noch. Stretching ist auch für ältere immobile Frauen problematisch und kann die Verletzungsanfälligkeit erhöhen.

Die Wipp-Bewegung beim Dehnen sollte man besser lassen. Beim statischen Stretching sollte man ein leichtes Ziehen in der Endposition wahrnehmen. Man kann nach ein paar Sekunden die Spannung noch erhöhen. Rund 15 Sekunden sollte eine Dehnübung dauern. Drei Einheiten sind sinnvoll. Bei jeder weiteren Einheit sollte man die Dehnung etwas weniger stark ausprägen.

Frauen mit Muskelverkürzungen oder starken Verspannungen können die Dehnübungen je Einheit auf bis zu 30 Sekunden erhöhen. Nach dem Training kann Wärme die Partien noch zusätzlich durchbluten, was sich angenehm auf die Entspannung auswirkt.

Bei schmerzhaften Gelenk- und Muskelverletzungen sollte man besser einen Arzt fragen. Stretching kann den Muskeln noch mehr verletzen. Dehnübungen gegen den Muskelkater helfen in der Regel nicht viel. Auch hier können kleinste Muskelstrukturen geschädigt werden. Ein moderates Training zur Regeneration oder ein bis zwei Tage Ruhe helfen in der Regel besser gegen Muskelkater.

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