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Migräne: akute Kopfschmerzattacken, Licht- und Lärmempfindlichkeiten

Veröffentlicht am 19.04.2017

Frauen sind dreimal so häufig wie Männer von Migräne betroffen. Viele Frauen leiden an menstrueller Migräne.

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Rund jede vierte Frau wird im Laufe des Lebens von Migräneattacken geplagt. Die schlimmen Kopfschmerzattacken, Licht- und Lärmempfindlichkeiten oder Übelkeiten können über Stunden anhalten.

Hormonschwankungen begünstigen Migräne

Bei der weiblichen Migräne steht vor allem der Zusammenhang von Menstruation und Migränesymptomen im Mittelpunkt der Forschung. Unbestritten ist heute, dass hormonelle Schwankungen zahlreiche Symptome einer Migräne begünstigen. Studien belegen, dass rund zwei Drittel aller Betroffenen im Zeitfenster der Menstruation besonders anfällig für Migräneattacken sind.

Das Fenster für die Symptome öffnet sich meistens zwei Tage vor der Regelblutung. Man spricht hier von menstrueller Migräne. Speziell für diese Form der Migräne gibt es Medikamente, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Metoclopramid, der insbesondere gegen die Übelkeit und das Erbrechen hilft. Die Wirkstoffe regen vor allem die Magen-Darm-Tätigkeit an.

Verschiedene Formen von Migräne

Die internationale Klassifizierung der Migräneformen trägt die Codes ICD-10/G43.0-G43.9. Hier sind Migräne-Formen mit und ohne Aura, oder nicht näher bezeichnende Formen, beschrieben. Die Symptome der Migräne werden in bestimmten Phasen unterschieden, so gibt es die Vorbotenphase, die Aura-Phase, die Kopfschmerzphase und die Rückbildungsphase.

In der Aura-Phase kommt es zu neurologischen Störungen wie Gesichtsfeldausfällen. Prägend für die Migräne sind vor allem die starken und pochenden Kopfschmerzen, die sehr individuell in den Kopfarealen auftreten können. Meistens treten die Kopfschmerzen halbseitig in Gebieten der Schläfen, Stirn und den Augen auf.

Zu den begleitenden Symptomen in der Kopfschmerzphase gehören unter anderem Übelkeit, Erbrechen, die Lichtscheue oder das Ohrensausen. Die Symptome werden bei den Migräneattacken sehr subjektiv wahrgenommen. Oft dauert es einen Tag, bis die Symptome abklingen.

Ursachen für Migräne

Migräne kann auch ursächlich ausgelöst werden durch Verletzungen und Durchblutungsstörungen des Gehirns, neurogenen Entzündungen, verstärkten Reizempfindlichkeiten oder genetischen Dispositionen. Als Auslöser gelten unter anderem hormonelle Veränderungen, Alkohol, Nahrungsmittel, Medikamente oder psychische Belastungen. Hirnblutungen oder Tumore sind schlimmere Grunderkrankungen einer Migräne.

Untersuchungen und Behandlungsansätze

Es werden neurologische Untersuchungen durchgeführt und Gespräche zur Krankheitsgeschichte geführt. Vor allem auch die Art des Kopfschmerzes wird in Fragebögen hinterfragt. Man kennt Dutzende von Kopfschmerzformen, die bei einer Migräne auftreten und einem bestimmten Krankheitsbild zugeordnet werden können.

Es gibt Medikamente gegen die Migräneattacken, die nach Stärke und Symptome verschrieben werden. Bei sehr starken Migräneattacken können Medikamente mit Arzneistoffen wie Triptane eingesetzt werden. Unter anderem vermindern die Tripane die hohe Nervenaktivität und unterbrechen die Schmerzsignale im Gehirn. Die Schmerzmittel helfen heute rund zwei Drittel der Betroffenen. Arzneistoffe wie Tripane dürfen aufgrund der Nebenwirkungen nur über einen kurzen Zeitraum verschrieben werden.

Neue Therapien gegen Migräne

Neue Forschungen beschäftigen sich unter anderem mit der CGRP-Impfung gegen Migräne. CGRP (Calcitoni Gene-Related Peptide) gehört zu den stark gefäßerweiternden Stoffen im Körper. Man misst CGRP bei der Entstehung der Migräne eine zentrale Rolle zu.

Die Vermutung wurde erhärtet, als man Patienten eine Infusion mit dem Eiweißmolekül verabreichte, was Migräneattacken zur Folge hatte. Mit der Impfung möchte man einen neuen Schritt zur Bekämpfung der Migräne gehen. Medikamente mit Wirkstoffen wie Triptane sind nur bei der akuten Bekämpfung der Symptome erfolgreich, allerdings kommt es in der Regel wieder Kopfschmerzen nach Abklingen der Triptan-Wirkung.

Erforscht werden auch monoklonale Antikörper, Proteine mit immunologischen Reflexen, die sich an die Botenstoff-Oberfläche von CGRP andocken und im Resultat das Weiterleitungssignal der Migräne verhindern. Es ist das erste Mal, dass man Antikörper in der Schmerztherapie einsetzt.

Behandlung muss ganzheitlich ansetzen

Bei der Behandlung von Migräne setzte man immer mehr auf medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieformen in einer Kombinationstherapie. Nicht-medikamentös werden zum Beispiel Muskelentspannungstherapien, Biofeedback- oder Stressbewältigungstherapien angeboten. Auch moderates sportliches Training kann hilfreich sein.

Vor allem versucht man auch den Wach-Schlafrhythmus zu stärken, der bei der Migräne eine wichtige Rolle spielt. Auch die Vermeidung der Trigger auslösenden Lebensmittel gehört zum Behandlungsplan. Die Therapie, vor allem in der Kopfschmerzphase, muss aber sehr individuell gesehen werden. Manchen Patienten helfen konservativ auch nur kalte Nackenwickel, Ruhe und ein dunkler Raum, um sich zu entspannen.

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Alternative Heilverfahren bei Migräne

Homöopathika können in der natürlichen Behandlung bei Migräne eine sanfte Alternative zu wechselstarken Medikamenten darstellen. Es gibt zahlreiche Einzelmittel gegen körperliche und seelische Symptome. Vor allem bei der Linderung von Kopfschmerzen, Übelkeiten, Schlafstörungen oder Unruhen hat sich die Homöopathie einen Namen gemacht.  

Zu den homöopathischen Einzelmitteln zählen unter anderem: Belladonna D12 bei Kopfschmerzen mit starker Lichtempfindlichkeit; der Gelbe Jasmin (Gelsemium D12) bei dumpfen und pochenden Migräne-Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Nackenschmerzen und Schwindel; das Mineralsalz Kaliumbichromat bei Kopfschmerzen mit Schwindel und Übelkeit; oder auch die Brechnuss (Nux vomica  D12) bei Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen.  

Homöopathische Einzelmittel können gezielt nach dem persönlichen Krankheitsbild innerhalb einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung von einem erfahrenen Homöopathen verschrieben werden.

In der klassischen homöopathischen Therapielehre muss der Mensch von Grund auf untersucht und behandelt werden. Alle Faktoren, wie körperliche und psychische Leiden, Umwelteinflüsse oder Sozialisationen, spielen in der Betrachtung der Migräne mit ein.  

Für den Alltag bieten sich homöopathische Komplexmittel an, die mit kombinierten Heilsubstanzen für ein Arzneimittelbild symptomatisch und biologisch regulierend wirken. Homöopathische Kombinationsmittel gibt es unter anderem zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen oder Unruhe. Diese Arzneien sind in der Regel wechselwirkungsfrei und beeinflussen positiv die körpereigenen Abwehrkräfte.

Viele Migräne-Patienten machen auch mit Akupunktur gute Erfahrungen. In der chinesischen Heillehre sieht man Kopfschmerzen und Migräne als eine Stauung des „Chi" oder „Qi“. Die Lösung der Blockade über die betroffenen Meridiane hilft bei akuten wie chronischen Migräneattacken. Behandlungen bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüchen oder Muskelkrämpfen werden angeboten.

Akupunktur kann auch helfen, gegen Migräne vorzubeugen. Oft wird zusätzlich noch homöopathische Heilmittel zur Entgiftung und Regulation des Organismus verschrieben. Die Kombination von Akupunktur, Homöopathie, Ernährungsumstellung und Entspannungs- und Bewegungstherapien kann hilfreich bei chronischen Migräne-Patienten sein.

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