Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Kleine Blessuren beim Sport

Veröffentlicht am 16.05.2018

Frauen verletzen sich bei Sport teils anders als Männer. Vor allem beim Frauenfußball treten geschlechtsspezifische Verletzungen auf.

Fotolia.com - © Edyta Pawlowska Fotolia.com - © Edyta Pawlowska

Bei Frauen treten oft ganz andere Sportverletzungen auf als bei Männern. Die unterschiedliche Anatomie und Muskelkräfte machen häufig den kleinen Unterschied. Frauen Joggen sehr gerne, was vor allem Probleme mit dem Knie und der unteren Wirbelsäule auslösen kann. Bei Joggerinnen, die nur selten trainieren, kommt es oft zu Kniebeschwerden.

Vielläuferinnen haben tendenziell mehr Beschwerden an der Achillesferse. Das Läuferknie und das Schienbeinkantensyndrom kennen Joggerinnen. Beim Fußball oder Tennis haben Frauen oft mehr Probleme mit dem vorderen Meniskus. Vor allem Standbeinverletzungen kommen beim Fußball vor. Frauen sind tendenziell weniger gefährdet von Zerrungen. Typisch bei Frauen treten oft muskuläre Ungleichgewichte zwischen Streck- und der Beugemuskulatur am Ober- und Unterschenkel auf.

Häufige Verletzungen bei Frauen

Das vordere und das mediale Schienbeinkantensyndrom treten vor allem bei Frauen auf, die mit dem Laufen anfangen und wenig trainiert sind. Hier kann die innere Kante des Schienbeins durch entzündliche Reizungen der Knochenhaut für starke Schmerzen sorgen. Betroffen von den schmerzhaften Knochenhautentzündungen sind vor allem Sportreibende, die zu schnell den Trainingsumfang steigern. Frauen, die beim Joggen sehr stark über die Fersen abrollen, sind besonders vom Schienbeinkantensyndrom betroffen. Hier muss die Schienbeinmuskulatur das Körpergewicht zu stark tragen.

Ursächlich für die Scheinbeinschmerzen können auch Senk-Spreizfüße oder flache Fußgewölbe sein. Achten muss man auf gute Laufschuhe, die viel Stabilität geben, damit die Füße nicht nach außen kippen. Eisanwendungen, elektrophysikalische Therapien, entzündungshemmende Salben und Tabletten können leichte Schienbeinkantensyndrome lindern.

Vor dem Lauftraining kann man bei chronischen Schienbeinkantensyndromen Wärme anwenden. Wärmeanwendungen führen zu einer besseren Durchblutung und bereiten die Muskeln für die Belastungen vor. Lösen muskuläre Dysbalancen die Knie- und Schienbeinbeschwerden aus, so ist vor allem das Training für die Rücken- und Fuß- und Wadenmuskulatur wichtig.

Fotolia.comFotolia.com

Stechende Schmerzen am Knie

Bei Frauen, die laufintensiven Sport betreiben, kommt es oft vor, dass stechende Schmerzen vom äußeren Oberschenkel ins Knie ziehen: Man spricht dann vom Läuferknie (med. Iliotibialband-Syndrom (ITBS) oder Tractussyndrom). Der Tractus iliotibialis ist eine Sehnenplatte an der äußeren Seite des Knies zum Oberschenkel. Der Sehnenzug setzt am Küftknochen an und zieht sich über die äußere/hintere Oberschenkelmuskulatur und dem Knie bis zum Schienbeinansatz.

Auf Grund der Komplexität der Sehnenplatte müssen die Ursachen beim Sportmediziner genauer werden. Die Ursachen des Läuferknies müssen nicht zwangsläufig am Knie selbst zu suchen sein, auch Rückenprobleme können ursächlich sein. Häufig ist bei Frauen eine schwache Rumpf- und Gesäßmuskulatur problematisch. Man sollte die Symptome des Läuferknies immer ernst nehmen und nicht in den Schmerz hineinlaufen. Werden die Schmerzen chronisch, so treten selbst beim Gehen starke Schmerzen auf.

Natürliche Hilfen bei leichten Beschwerden des Bewegungsapparates

Beim Läuferknie und anderen Bewegungsverletzungen hilft es meistens die Rumpfmuskulatur aufzubauen. Hier kann man muskuläre Ungleichgewichte gezielt abbauen und bessere statische Verhältnisse schaffen. Dies ist vor allem für Frauen wichtig, wo die Probleme von der Rückenmuskulatur herrühren.

Krafttraining und neuromuskuläre Reflexe

Bei Frauen besteht oft ein Ungleichgewicht von vorderer Streckmuskultur und hinterer Beugemuskulatur. Das führt zum Beispiel beim Frauen-Fußball zu Verletzungen des vorderen Kreuzbands.  Häufig kommt es bei Frauen vor, dass die vorderen Kreuzbänder beim Sprung (genauer bei der Landung) verletzt werden. Frauen mit X-Beinen haben statistisch häufig mit Schmerzen am vorderen Kreuzband zu tun.

Neben dem Krafttraining sollten Frauen auch ihre neuromuskulären Reflexe trainieren. Auch hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei Frauen kommen Verletzungen des Standbeins bei Ballsportarten öfters vor als bei Männern.

Um diesen Verletzungen vorzubeugen, sollten Frauen beim Fußball oder Tennis auf richtiges Schuhwerk achten. Es gibt spezielle Sportprogramme für neuromuskulären Reflexe wie plyometrische Trainings, die man bei spezialisierten Trainern erlernen kann. Automatisierte Abläufe unter Schnellkraft werden bei diesen Trainingsprogrammen sportspezifisch erlernt.

Zusätzlich kann man bei einem Physiotherapeut die richtigen Dehnübungen erlernen. Man möchte häufig durch Dehnen den Sehnendruck auf die Knochenansätze reduzieren. Frauen sind nicht so anfällig wie Männer für Zerrungen an der Hüfte, Oberschenkeln und Füßen. Zerrungen bei Frauen treten oft am Ende von Trainings- und Wettkampfeinheit auf, wenn die Kraft ausgeht und die Koordination nachlässt.

Kälte oder Wärme?

Kälte als natürliches Heilmittel ist immer dann gut, wenn man bei akuten Verletzungen Einblutungen verhindern will. Deshalb sollte man bei Blutergüssen zum Beispiel die verletzten Partien kühlen und nicht zu früh durchblutungsfördernde Sportsalben verwenden. Anders sieht es bei Sehnenverletzungen aus, die sich hartnäckig zeigen. Hier hilft vor allem Wärme. Die Durchblutung im Sehnenbereich wird mit Wärmeanwendungen gefördert. Wärmende Kinesio-Tapes können bei Rücken-, Hüft- und Kniebeschwerden helfen.

Bewährt haben sich bei vielen leichten Sportverletzungen Homöopathika. Es gibt für den Alltagsgebrauch moderne Komplexmittel wie das bekannte Traumeel. Homöopathische Mittel sollen einerseits die Symptome lindern, anderseits auch den Organismus stärken (siehe Beiträge in der Alternativmedizin).

Es gibt in der Apotheke auch homöopathische Kombinationsmittel für Schmerzen. Vor allem, wenn keine objektiven Auslöser erkennbar sind, können schmerzlindernde Homöopathika hilfreich sein. Viele Sportmediziner setzen homöopathische Mittel in der ganzheitlichen Therapie ein, da es keine Wechselwirkungen gibt und die körpereigene Abwehrkraft gefördert wird. Dies ist gerade für Sportler wichtig, die entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente einnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aufwärmtrainings für Frauen auf YouTube

Auf Social Media teilen