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Homöopathie und Kostenerstattung

Veröffentlicht am 15.03.2016

Viele Krankenkassen übernehmen homöopathische Behandlungen. Es gibt verschiedene Leistungen, die zum Beispiel im Rahmen von Selektivverträgen für die klassische Homöopathie abgerechnet werden. 

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Homöopathische Behandlungen werden von vielen privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Rund die Hälfte aller gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernehmen die Kosten bei homöopathischen Vertragsärzten und ggf. bei Heilpraktikern. Es gibt rund 80 Krankenkassen, die sich freiwillig verpflichtet haben, an den ärztlichen Selektivverträgen „Klassische Homöopathie“ teilzunehmen.

Private Zusatzversicherungen und Krankenkassenwechsel

Über private Zusatzversicherungen kann man homöopathische Leistungen zusätzlich versichern. Sinnvoll sind solche Zusatzversicherungen vor allem, wenn Menschen an chronischen Beschwerden leiden und eine längere Behandlungszeit notwendig ist.
Sofern man eine private Zusatzversicherung abschließt, sollte man darauf achten, dass die tatsächlichen Privatarztrechnungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erstattet werden.

Es gibt verschiedene Tarife (auch Kinder sind alleine versicherbar) bei den Krankenzusatzversicherungen, die man besser im jüngeren Alter abschließt, da hier noch die Konditionen besser sind. Natürlich steht es heute jedem Patienten frei, die Krankenkasse zu wechseln und alternativmedizinische Leistungen mitzuversichern.

Unterschiedliche Tarife bei den privaten Zusatzversicherungen

Bei den privaten Zusatzversicherungen gehen die Leistungen weit auseinander. Meistens übernehmen die Versicherungen 80–80 Prozent der Leistungen von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie und/oder Naturheilverfahren, auf der Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GÖA).

Die maximale Kostenübernahme für alternative Heilverfahren ist meistens nach Kalenderjahren gedeckelt (Höchstgrenzen beachten). Unterschiedlich sind die Tarife auch in Bezug auf die Kostenübernahme bei Medikamenten. Bei privaten Zusatzversicherungen für Naturheilverfahren kann man isoliert abschließen, ohne dass andere Versicherungsleistungen wie Zahnersatz mit versichert sind.

 

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Kostenerstattungen nicht einheitlich geregelt

Die Kostenerstattungen bei homöopathischen Leistungen sind nicht einheitlich geregelt, so dass man sich vor der Behandlung beim Therapeuten nach den Honoraren und bei der Krankenkasse nach der Kostenerstattungen erkundigen sollte. Es gibt unterschiedliche Gebührenverzeichnisse für Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung und für Heilpraktiker.

Zur Orientierung kann man das "Leistungsverzeichnis klassische Homöopathie, LVKH 2011" zu üblichen Vergütungen homöopathischer Heilpraktiker-Behandlungen lesen. Patient und Therapeut schließen grundsätzlich einen Behandlungsvertrag ab, der bestimmte Leistungshonorare beinhalt.

Die Honorarsätze im Gebührenverzeichnissen für Heilpraktiker und Ärzte geben allerdings nur Orientierungshilfen wieder. Sie schreiben dem Arzt und dem Heilpraktiker nicht verbindlich vor, was sein Therapie beinhaltet und wie hoch das Honorar ist, deshalb sollte man sich einen Behandlungs- und Kostenplan erstellen lassen und bei der Krankenkasse bzw. der Versicherung nachfragen.

Umfang und Kosten einer homöopathischen Behandlung

Zu Beginn einer homöopathischen Therapie wird ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch geführt und eine Anamnese erhoben. Hierfür muss man ein bis zwei Stunden einplanen, da die homöopathische Diagnose ganzheitlich gestellt wird. Viele Gesundheitsfragen, aber auch soziale und seelische Hintergründe, fließen in die Anamnese mit ein.

Bei den Folgebehandlungen muss man in der Regel mindestens eine 15 bis 30 Minuten einrechnen. Die Behandlungszeit richtet sich natürlich nach der Krankheit. Oft geht die Behandlung über Monate, sogar Jahre, da viele Patienten chronische Leiden haben und schulmedizinisch „austherapiert“ sind.

Häufig reduzieren sich die Kosten über die Behandlungszeit, da einerseits die Erstkonsultation sehr umfasst ist und anderseits im Laufe der Behandlungen die Konsultationen weniger werden. Die Behandlung von Kindern, Auszubildenden oder Studenten kann günstiger ausfallen.

Die Krankenkassen übernehmen Leistungen nur von homöopathischen Ärzten, mit den sie Verträge abgeschlossen haben. Rund 80 Kassen arbeiten mit homöopathischen Ärzten über die Selektivverträge mit dem deutschen Zentralverband der homöopathischen Ärzte (DZVHAE) zusammen. Homöopathische Leistungen können so u. a. einfach über die Chipkarte abgerechnet werden. Die Kosten einer Homöopathie-Behandlung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) schwangen.

Für die Anamnese kann man 120–180 Euro (1 bis 2 Stunden) rechnen. Für jede Behandlung (15–45 Minuten) kann man mit 60–90 Euro kalkulieren. Homöopathische Medikamente werden, je nach Krankenkasse, unterschiedlich abgerechnet. In der Regel werden die Kosten für Arzneien bei Kinder übernommen.

Da homöopathische Präparate aber oft günstig sind, ist die private Kostenbelastung auch für Selbstbezahler überschaubar. Wer sich für Heilpraktiker entscheidet, ist mit einer privaten Zusatzversicherung bestens bedient. Anders als bei Ärzten, können die homöopathischen Behandlungskosten bei Heilpraktikern nicht durch die Kassen gedeckt sein. Hier sollte man immer zuerst nachfragen.

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Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)

KHD Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e.V.

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