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Geschichte der Homöopathie

Veröffentlicht am 15.03.2016

Samuel Hahnemann gilt als der Begründer der klassischen Homöopathie-Lehre und legte die Grundlagen zu einer anerkannten Alternativmedizin.

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Die Anfänge

Samuel Hahnemann war der Begründer der klassischen Homöopathie-Lehre. Der deutsche Arzt, Apotheker und Schriftsteller lebte von 1755 bis 1843 – eine Zeit, in der Aderlässe und Schwitzkuren als noch medizinische Maßnahmen Gang und Gäbe waren. Die damaligen Behandlungsformen waren nicht ungefährlich und besonders geschwächte Menschen litten eher darunter, als dass sie genesen.

Hahnemann missfielen diese Praktiken und so suchte er nach einer neuen Therapieform, die wirksam ist, ohne zu schaden. So wie die Naturphilosophen vor ihm, ging Hahnemann davon aus, dass dem Körper eine Lebenskraft innewohnt, die ihn von der unbelebten Natur unterscheidet, die so genannte „Dynamis“.

Gesundheit gleich Lebenskraft – Krankheit ein Verlust der Lebenskraft

Hahnemann setzte Gesundheit gleich mit einem Zustand, in dem die Lebenskraft, die Dynamis (griechisch = Kraft, Macht), ausgeglichen ist. Krankheit hingegen sah er als eine Folge des Verlusts an Lebenskraft an. Gesundheit ist Gleichgewicht, dieses Grundprinzip findet sich nicht nur auf der energetischen Ebene, sondern auch im Körperlichen wieder.

Selbstregulation des Körpers

Es gibt im Medizinischen den Begriff der Homöostase. Er beschreibt die Fähigkeit und das Bestreben des Körpers, die inneren Verhältnisse konstant zu halten beziehungsweise bei Störungen des Gleichgewichts sich selbst erneut zu regulieren. An dieser Selbstregulation sind insbesondere das Immunsystem, das Nervensystem und die Hormone beteiligt, die miteinander in Kontakt stehen. Auch seelische Aspekte wirken auf die Körperfunktionen und umgekehrt. Wird dieses labile Gleichgewicht gestört, versucht der Körper den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

Verständnis von Krankheit

Diese Bemühungen können als Krankheit manifest werden und sich in Form von Symptomen, also den Krankheitszeichen zeigen. Krankheitssymptome werden daher in der Homöopathie als sinnvolle Bemühungen des Körpers zur Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts gedeutet. Entsprechend sollten die Krankheitszeichen, beispielsweise eine Entzündung oder Kopfschmerzen, nicht ohne weiteres unterdrückt werden.

Die Homöopathie sieht sich als ganzheitliche Gesundheitslehre und berücksichtigt den menschlichen Organismus auf seinen verschiedenen Ebenen: den körperlichen Ebenen mit ihren biochemischen Reaktionen, dem energetischen Prinzip, das als Lebenskraft den Körper durchdringt und der emotionalen und mentalen Ebene des Seins.

Diese einzelnen Aspekte sind ganzheitlich vernetzt, so dass Kranksein immer unsere vollständige Integrität betrifft. Krankheiten greifen nach dem homöopathischen Verständnis in das Gleichgewicht ein, die sich auf verschiedenen Ebenen ausdrücken.

 

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Kernaussage der Homöopathie: Gleiches mit Gleichem heilen – die Ähnlichkeitsregel

„Wähle um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann, als es heilen soll.“ Dieser Satz von Samuel Hahnemann spiegelt eine der Kernaussagen der Homöopathie wider.
Die Kernaussage in der Homöopathie  zeigt sich auch im Namen: homöo = gleichartig, ähnlich; pathos = Leiden, Krankheit.

Die Ähnlichkeitsregel besagt, dass eine Substanz, die in höherer Dosierung beim Gesunden eine bestimmte Krankheitserscheinung hervorruft, in verdünnter Form als Arzneimittel gegen eben diese Krankheitserscheinung eingesetzt werden kann.

Selbstversuche unternahm Hannemann zum Beispiel bei Malaria. Obwohl er nicht erkrankt war, beschloss er, Mittel an sich selber auszuprobieren. Zum Erstaunen bekam er malariaähnliche Symptome und forschte weiter nach Krankheiten, Symptomen und Wirkstoffen. Rund 800 Arzneimittelbilder wurden von Hahnemann zu seiner Schaffenszeit so erforscht.

Prominente Patienten führten zum Durchbruch der Homöopathie

In den Jahren 1835–1843 wirkte Hahnemann in Paris als angesehener Arzt und behandelte einige Prominente wie den Geigenvirtuosen Niccolò Paganini mit homöopathischen Mitteln. In seiner Schaffensperiode in Paris schuf er die neuen Vorschriften zur Arzneibereitung (Potenzierung). Vor allem befasste er sich mit großen Verdünnungsschritten (1:50.000). Die Potenzierung ist bis heute von enormer Wichtigkeit in der Homöopathie.

Nachlässe von Hahnemann

Die handschriftlichen Nachlässe von Samuel Hahnemann befinden sich im Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung (IGM) in Stuttgart. Er ging als einer der bedeutendsten Forscher und Ärzte des 19. Jahrhunderts in der Medizingeschichte ein.
Später waren es homöopathische Forscher wie Hans-Heinrich Reckeweg, die sich bei der Weiterentwicklung der Homöopathie einen Namen machten. Heute gibt es verschiedene Richtungen in der Homöopathie.

Die zukunftsweisende Form ist eine regulativ-biologische Medizinrichtung, die sich vor allem den Therapien mit Kombinationsmitteln zuwendet. Hier spielen drei zentrale Aspekte mit ein: die Entgiftung und Ausleitung von Schadstoffen, die Immunmodulation und die Stärkung der Zell- und Organfunktionen.

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