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Entwicklung der homöopathischen Medizin

Veröffentlicht am 03.03.2017

Die moderne Homöopathie ist heute geprägt von Komplexmitteln mit kombinierten Heilsubstanzen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Homöopathie als Alternativmedizin rasant.

Weiterentwicklung der homöopathischen Lehre

Mitte des 19. Jahrhunderts, nach den Grundsatzlehren von Hahnemann, entwickelten sich neue Denk- und Lehransätze in der Homöopathie. Die Homöopathie wurde als Alternative zur Schulmedizin immer populärer. Immer weiter wurde die Forschung zur heutigen biologischen Medizin weiterentwickelt. Schon 1829 entstand der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), der ab den 1930er Jahren mit staatlicher Unterstützung wirkte.

Die Homöopathie wurde ab dieser Zeit eine neue deutsche Heilkunde, die große Anerkennung erfuhr. Zu Zeiten des Dritten Reichs wurden zahlreiche klinische Versuche, Arzneimittelprüfungen und Quellenstudien zu einzelnen homöopathischen Arzneien durchgeführt.

Da viele Homöopathen jüdischer Herkunft waren, wurde die Homöopathie aber von den Nationalsozialisten stark unterdrückt. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde die Homöopathie wiederentdeckt. Hier waren es nicht nur die Homöopathen, sondern auch Laienvereine, die sich um die homöopathische Lehre verdient machten.

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Aufstieg der Homöopathie ab den 1960er Jahren

Im Jahr 1961 entstand die Deutsche Homöopathie-Union und bis heute führende Unternehmen wie Biologische Heilmittel Heel in Baden-Baden eroberten den Markt mit modernen Homöopathika.

Während die Homöopathie in der alten BRD immer mehr Akzeptanz erfuhr, reglementierte die damalige DDR den Berufsstand der Homöopathen stark. Nach der deutschen Wiedervereinigung machten sich Persönlichkeiten wie die Familie des ehemaligen Bundespräsidenten Carl Carstens um die „homöopathische Wiederbelebung“ im Osten verdient.

Im Jahr 1990 fand die erste Weiterbildungsveranstaltung zur Homöopathie für Ärzte in Wittenberg statt. Die Veronica Carstens-Stiftung unterstützt bis heute studentische Arbeitskreise und Bildungseinrichtungen.

In Köthen wurde im Jahr 2009 im sanierten Spital der Barmherzigen Brüder neben dem Hahnemann-Haus die Europäische Bibliothek für Homöopathie eingerichtet. Betreiber ist der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZvhÄ). Im gleichen Jahr zählte man bereits über 6700 Ärzte mit einer anerkannten Zusatzausbildung als Homöopath. Heute gibt es rund 60.000 Ärzte, die homöopathische und anthroposophische Arzneimittel verordnen.

Homöopathie als Teil von Kassenleistungen

Die Homöopathie ist eine der wenigen Naturheilverfahren, die viele Krankenkassen anerkennen und die Behandlungskosten übernehmen. Homöopathische Arzneimittel sind in Deutschland apothekenpflichtig und besitzen einen Anteil von rund 10 Prozent an apothekenpflichtigen Arzneimitteln.

Nach einer Studie haben rund 60 Prozent der Bundesbürger schon homöopathische Mittel eingenommen und rund 90 Prozent erkannten eine positive Wirkung. Rund zwei Milliarden Euro setzt die homöopathische Branche weltweit um, davon am meisten in Frankreich, den USA, Deutschland und Indien.

Verschiedene Richtungen in der Homöopathie

Die klassische Homöopathie wurde immer wieder weiterentwickelt, so von Vordenkern und Forschern wie dem britischen Homöopathen Hughes,  oder in der jüngeren Geschichte von Hans-Heinrich Reckeweg, der sich der Homotoxikologie widmete und die Grundlagen zur modernen Homöopathie legte. Er definierte den Abwehrprozess des Körpers gegen krankheitserregende Stoffe (Homotoxine) neu in der Sechs-Phasen-Tabelle.

Heute werden moderne Homöopathika vor biologisch-regulative Kombinationsmittel entwickelt. Sie sind auch für Laien einfacher anzuwenden. Viele Homöopathen arbeiten sowohl mit verschiedenen Einzelmitteln nach dem individuellen Konstitutionstypus als auch mit modernen Komplexmitteln.

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